«Viele haben ihre Schubladen»
Franz Wille (am Telefon) Hallo Frau Syha, ich habe diese Nummer von Ihrem Theaterverlag, wo sind Sie denn jetzt gerade?
Ulrike Syha In der Casa Baldi, 60 Kilometer von Rom entfernt, sozusagen in der Außenstelle der Villa Massimo.
Fw Dort verleben Sie gerade ein Arbeitsstipendium und schreiben an einem neuen Stück?
Syha Da verbringe ich die Tage und schreibe an einem neuen Hörspiel, wenn ich nicht gerade im Bus sitze und nach Rom fahre. Ich bin doch sehr ein Stadtmensch, stelle ich fest.
Zum Arbeiten ist das hier natürlich großartig, die Leute sind nett, das Essen wunderbar, und man kann sein Italienisch aufbessern.
Fw Klingt sehr angenehm. Ich habe in Ihrer Vita gelesen, sie waren im letzten Winter fünf Monate im Künstlerdorf Schöppingen, dann drei Monate mit einem Aufenthaltsstipendium in Budapest, dann drei Monate im Literarischen Colloquium in Berlin und jetzt nahe Rom.
Syha Und vorher war ich noch zehn Monate auf Schloss Solitude.
Fw Klingt absolut neiderweckend. Muss man sich das Leben einer Dramatikerin als ununterbrochenes internationales Arbeitsstipendium vorstellen?
Syha Man muss dazusagen, dass all diese Stipendien sehr unterschiedlich sind – was von einem erwartet ...
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