Akt zur Selbsthilfe
Eine Stellenanzeige in der «Zeit» war der erste Schritt in die Öffentlichkeit: Köln soll eine neue unabhängige monatliche Zeitung für Darstellende Künste erhalten, dafür wurde, überregional wohlgemerkt, ein hochmotivierter Chefredakteur gesucht.
Kulturpolitisch bemerkenswert: Die Initiatoren der neuen Theaterzeitung sind die Kölner Theater selbst, durch ihre Interessensvertretungen «Kölner Theaterkonferenz e.V.
», der neben den Städtischen Bühnen mehr als 50 Freie Theater, Häuser, Gruppen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Interessen angehören, und «plattform kölner theater e.V.», ein Zusammenschluss von derzeit acht freien Theatern. Hintergrund der Initiative ist der seit Jahren beklagte Verlust an journalistischer Wahrnehmung. Wenn die lokale Presse der journalistischen Verantwortung nicht nachkomme und Teile der Berichterstattung an Umfang und Qualität zu wünschen lasse, initiiere man nun eben selbst eine umfassendere Berichterstattung, erklären Dietmar Kobboldt, Vorsitzender der Kölner Theaterkonferenz, und Gerhardt Haag, Sprecher der «plattform kölner theater». Das zielt vor allem, aber nicht nur, auf den «Kölner Stadt-Anzeiger» aus dem Hause DuMont-Schauberg, ...
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Aber natürlich sollen die Theater, also wir, jetzt etwas zur Bankenkrise machen! Endlich mal ein Thema, bei dem man weiß, dass es die Zuschauer auch dann noch beschäftigt, wenn der Apparat endlich angeworfen ist und in ein paar Monaten die ersten Ergebnisse ausspuckt. Zumal ja gerne gesagt wird, man wisse nicht genau, bei wem die Krise wann und wie heftig ankommen...
Pleasure, pleasure, pleasure sind die Losungsworte dieser Gesellschaft, die ihren Zenit auch schon überschritten hat. Doppelleben und -moral sind übliches Tagesgeschäft. Liebe nur mehr eine romantische Illusion. Sehnsuchtsträume können allenfalls durch sprechende Vornamen oder Taufregister gestillt werden. Rauchen geht im Tätigkeitsbericht als Arbeit durch, und...
Zuallererst muss man eine Vermisstenanzeige aufgeben. Wo ist eigentlich Guido Westerwelle? Seit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte hat er sich gemeinsam mit allen anderen Deregulierungsfachleuten zurückgezogen und liest in einem Managerseminar, möglicherweise von Rimini Protokoll angeleitet, erstmals «Das Kapital» – nun gut. Und schwitzt sich den Liberalismus aus...
