Spaß und Gewalt
Schon beeindruckend, wie zwei leidenschaftliche Präzisionsschauspieler auf freier Bühne eine große Nummer bauen: Wie Samuel Finzi den Köder seiner vollgepissten Bierflasche mit pubertärer Erwartungsfreude auslegt, und Wolfram Koch gekonnt ziellos draufzustolpert, wie er das Gesöff lustvoll in sich hineinlaufen lässt und sich der Ekel zeitversetzt wie kleine Mauerrisse über seinem Gesicht ausbreitet, schließlich an der leise kräuselnden Unterlippe hängen bleibt, hilflos sabbernd nachtropft, wie er dann den sich anbahnenden inneren Krampf durch den Körper fahren lässt und kurz vorm B
rechanfall wieder Haltung fasst, die Flasche abstellt, sich aufrichtet und die Demütigung runterschluckt, um sich nicht noch eine größere Blöße zu geben. Und wie Finzi all das innerlich vor Freude platzend, atemlos unbeteiligt beobachtet, um dann ein harmloses Gespräch anzufangen, dessen Inhalt das gerade Geschehene bei weitem übertrifft.
Denn Andjel, der getäuschte Biertrinker, ist ein todkranker Krüppel, seit ihn ein Unbekannter mit Brechstange und Hammer niedergeschlagen und ihm 27 Knochen gebrochen sowie einige innere Organen zermantscht hat. Und Dimitrije, der Pissflaschen-Spaßvogel, ist zwar der ...
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