Im Café today
Wer zur Zeit und bis ins «Kulturhauptstadt»-Jahr 2010 hinein auf der A 40 von und nach Bochum fährt, gerät ins Stocken. Eine beidseitig kilometerlange Baustelle macht die verengte Spur zur Slalomstrecke, hier ein blockierter Abzweig, dort eine unplanmäßige Ausbuchtung, mal eine Sperrlinie, eine Hemmschwelle, eine wie aus dem Nichts auftauchende Kurve. Vielleicht ist der Intendant des Bochumer Schauspielhauses dieses Stück Autobahn einfach zu oft gefahren.
Denn irgendeine Erklärung muss es geben, weshalb das Theater des Elmar Goerden sich in einem derartigen Zustand befindet und in solche Konfusionen manövriert, wie der Saisonauftakt mit dem «Kaufmann von Venedig» – wieder – zeigte.
Es beginnt damit, dass die Zuschauer mit Verdis «Traviata» empfangen werden, eine Sängerin (Franziska Dannheim) das «Addio del passato» der Violetta singt und im Verlauf der zwei Stunden immer mal wieder ein musikalisches Stelldichein gibt, als würde Pirandello statt Shakespeare gegeben. Die Arien lassen keinerlei Bezug erkennen. Diese Linienuntreue setzt sich fort. Eine aufgekratzte Party-Meute, auch sie gerne Lieder anstimmend, hat es sich in einer Gelateria bequem gemacht, deren silbrige ...
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Eine Stellenanzeige in der «Zeit» war der erste Schritt in die Öffentlichkeit: Köln soll eine neue unabhängige monatliche Zeitung für Darstellende Künste erhalten, dafür wurde, überregional wohlgemerkt, ein hochmotivierter Chefredakteur gesucht.
Kulturpolitisch bemerkenswert: Die Initiatoren der neuen Theaterzeitung sind die Kölner Theater selbst, durch ihre...
This murder stuff turns you on?», vergewissert sich Wayne, bevor er Brad, dem er sich selbst als Mörder vorschlägt, einen Film zeigt, in dem er an der Ermordung eines Teenagers beteiligt ist. Wir befinden uns mitten in Gisèle Viennes Puppenspiel «Jerk» und in einem Text, den der junge Solo-Performer Jonathan Capedevielle im Publikum verteilt hat. Waynes Frage an...
Nein, hatte Ozan vor zwei Jahren gesagt, er könne doch jetzt keinen Gemüseladen oder eine Döner-Bude in der Stadt aufmachen. Aber was solle er tun? Damals stampfte er bei diesen Sätzen mit den Füßen auf, vor Kälte und auch vor Wut. Die Hände streckte er in Richtung der Flammen, die aus den verrosteten, zu Öfen umgerüsteten Benzinfässern züngelten: «Auswandern...
