Liebe als System
Großen romantischen Überschwang wird man Lutz und Karla nicht vorwerfen können. Außerdem reden sie nicht gerne über ihr Privatleben, weshalb man auch nie den Grund erfahren wird, warum Lutz keinen Führerschein mehr hat und auf einer Geschäftsreise in einem überfüllten ICE buchstäblich über Karla gestolpert ist. Die Diskretion geht so weit, dass es in Ulrike Syhas Stück eine ganze Weile dauert, bis man wenigstens ihre Namen erfährt. Normalerweise sind Lutz und Karla nur «Er» und «Sie».
Zu behaupten, dass die Liebe zwischen den beiden wie ein Blitz einschlüge, wäre auch übertrieben. Immerhin brauchen sie ein ganzes Stück und viele Umwege, um zu erkennen, dass vielleicht doch besser ein Paar aus ihnen würde. Dabei hat man als Zuschauer Gelegenheit, trotz der ausgeprägten Zurückhaltung der Protagonisten ein paar biographische Hinweise einzuholen. Karla, 37, lebt seit bald fünf Jahren in einer zunehmend illusionslosen Gewohnheitsaffäre mit ihrem verheirateten ehemaligen Doktorvater, besucht gelegentlich ihren immer skurriler werdenden Papa, während sich ihre Mutter zu einem gin- und sonnendurchtränkten Lebensabend nach Spanien abgeseilt hat. Lutz, unklaren Alters über 40, lebt als ...
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Aber natürlich sollen die Theater, also wir, jetzt etwas zur Bankenkrise machen! Endlich mal ein Thema, bei dem man weiß, dass es die Zuschauer auch dann noch beschäftigt, wenn der Apparat endlich angeworfen ist und in ein paar Monaten die ersten Ergebnisse ausspuckt. Zumal ja gerne gesagt wird, man wisse nicht genau, bei wem die Krise wann und wie heftig ankommen...
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