Liebe als System
Großen romantischen Überschwang wird man Lutz und Karla nicht vorwerfen können. Außerdem reden sie nicht gerne über ihr Privatleben, weshalb man auch nie den Grund erfahren wird, warum Lutz keinen Führerschein mehr hat und auf einer Geschäftsreise in einem überfüllten ICE buchstäblich über Karla gestolpert ist. Die Diskretion geht so weit, dass es in Ulrike Syhas Stück eine ganze Weile dauert, bis man wenigstens ihre Namen erfährt. Normalerweise sind Lutz und Karla nur «Er» und «Sie».
Zu behaupten, dass die Liebe zwischen den beiden wie ein Blitz einschlüge, wäre auch übertrieben. Immerhin brauchen sie ein ganzes Stück und viele Umwege, um zu erkennen, dass vielleicht doch besser ein Paar aus ihnen würde. Dabei hat man als Zuschauer Gelegenheit, trotz der ausgeprägten Zurückhaltung der Protagonisten ein paar biographische Hinweise einzuholen. Karla, 37, lebt seit bald fünf Jahren in einer zunehmend illusionslosen Gewohnheitsaffäre mit ihrem verheirateten ehemaligen Doktorvater, besucht gelegentlich ihren immer skurriler werdenden Papa, während sich ihre Mutter zu einem gin- und sonnendurchtränkten Lebensabend nach Spanien abgeseilt hat. Lutz, unklaren Alters über 40, lebt als ...
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Wenn die grell leuchtenden Kreuze gleich am Anfang in den Schnürboden hinaufgezogen werden, heißt das nicht, dass fortan das rationale Denken auf der Bühne walten wird. Im Gegenteil. Die Zeichen der Kirche sind zwar verschwunden, aber in den Köpfen der Menschen bleiben (Aber-)Glaube und Bigotterie eingebrannt.
Andrea Maria Schenkels Erfolgsroman «Tannöd» ist sicher...
Zeit: 27. Oktober 2008, der Montag nach der Premiere
Ort: Die Feuilleton-Titelseiten
Stimmen:
MODERATOR
Matthias HEINE («Endlich mal wieder Strumpfhosen», Die Welt)
Ralf-Carl LANGHALS («Wunder gibt es immer wieder», Mannheimer Morgen)
Peter MICHALZIK («Best of Germany», Frankfurter Rundschau)
Roland MÜLLER («Demut, dein Name ist Schmidt», Stuttgarter Zeitung)
Christopher...
Pleasure, pleasure, pleasure sind die Losungsworte dieser Gesellschaft, die ihren Zenit auch schon überschritten hat. Doppelleben und -moral sind übliches Tagesgeschäft. Liebe nur mehr eine romantische Illusion. Sehnsuchtsträume können allenfalls durch sprechende Vornamen oder Taufregister gestillt werden. Rauchen geht im Tätigkeitsbericht als Arbeit durch, und...
