Knopf im Ohr

Peter Zadek wirbt in einem Pressemailing für sein neues Hörgerät

Theater heute - Logo

Peter Zadek, 82, hat Hörprobleme, wie er im Gespräch mit Ascan Gossler von der Hörgeräte-Firma «oticon» darlegt: «Für Menschen mit Hörminderungen verwandelt sich ein Theaterraum leicht in eine große Arena, in der die akustische Orientierung eine Herausforderung darstellt. Ich hatte das Gefühl, mich immer stärker anstrengen zu müssen, um der Kommunikation folgen zu können. Für mich nahm das irgendwann bedrohliche Ausmaße an.

» Schuld daran sind unter anderem berufsbedingte Risiken: «Ich denke, dass der Hörverlust auf meine langjährige Zusammenarbeit mit der Rockband Einstürzende Neubauten zurückzu­führen ist. Die Musiker sind und waren bekannt für ihre extrem lauten Aufführungen. Und ich habe nie Vorkehrungen getroffen, um die Lautstärke abzumildern.» Mit dem neuen Hörgerät ist aber alles wieder gut: «Seitdem habe ich das Gefühl, neu zu hören. Ohne könnte ich meinen Beruf nicht weiter ausüben.» Eitle Scheu vor der Hörhilfe kennt Zadek auch nicht: «Einen Knopf im Ohr zu tragen ist heutzutage doch eigentlich keine große Sache. Wenn man sich auf der Straße umschaut, fällt einem schnell auf, wie viele Menschen mit Mini-Kopfhörern, einem iPod, Headsets etc. herumlaufen. Mir jedenfalls ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Magazin, Seite 61
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
William Shakespeare: «Timon von Athen»

Zugegeben: ein Stück aus dem Giftschrank der Theaterliteratur, ein Spätwerk Shakespeares (aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Jahren 1605 bis 7/8), das er selbst nie aufgeführt hat. Viele Philologen glauben, dass Shakespeare die Arbeit am Werk vorzeitig abbrach, manche gehen davon aus, dass einige Szenen der ersten Druckfassung von 1623 von anderen Autoren...

Neues vom Waldsterben

Andreas Beck eröffnet seine zweite Spielzeit als Intendant des Wiener Schauspielhauses mit zwei Stücken, in denen Autoren aus der Generation Golf Menschen aus der Generation Golfclub beschreiben. Inhaltlich sind sich die Texte von Anja Hilling (geb. 1975) und Volker Schmidt (geb. 1976) nahe; in beiden Stücken werden (Beziehungs-)Probleme unter Besserverdienern von...

Geist der Zersetzung

Beweisaufnahme. Ein Lastenheber rasselt in den Bühnenuntergrund, fördert zerstörte Kunst­werke zutage. An der Indizienkette baumelt bald ein Rubens, bald ein Raffael, in Folie verpackt und verzurrt, vor allem aber: zerrissen, zerbrochen, zerschlagen. Regisseurin Christiane Pohle und ihr Dramaturg Malte Ubenauf haben das späte, sperrige Prosawerk «Alte Meister» ins...