Knopf im Ohr

Peter Zadek wirbt in einem Pressemailing für sein neues Hörgerät

Theater heute - Logo

Peter Zadek, 82, hat Hörprobleme, wie er im Gespräch mit Ascan Gossler von der Hörgeräte-Firma «oticon» darlegt: «Für Menschen mit Hörminderungen verwandelt sich ein Theaterraum leicht in eine große Arena, in der die akustische Orientierung eine Herausforderung darstellt. Ich hatte das Gefühl, mich immer stärker anstrengen zu müssen, um der Kommunikation folgen zu können. Für mich nahm das irgendwann bedrohliche Ausmaße an.

» Schuld daran sind unter anderem berufsbedingte Risiken: «Ich denke, dass der Hörverlust auf meine langjährige Zusammenarbeit mit der Rockband Einstürzende Neubauten zurückzu­führen ist. Die Musiker sind und waren bekannt für ihre extrem lauten Aufführungen. Und ich habe nie Vorkehrungen getroffen, um die Lautstärke abzumildern.» Mit dem neuen Hörgerät ist aber alles wieder gut: «Seitdem habe ich das Gefühl, neu zu hören. Ohne könnte ich meinen Beruf nicht weiter ausüben.» Eitle Scheu vor der Hörhilfe kennt Zadek auch nicht: «Einen Knopf im Ohr zu tragen ist heutzutage doch eigentlich keine große Sache. Wenn man sich auf der Straße umschaut, fällt einem schnell auf, wie viele Menschen mit Mini-Kopfhörern, einem iPod, Headsets etc. herumlaufen. Mir jedenfalls ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Magazin, Seite 61
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Oscar Wilde: «Bunbury»

Pleasure, pleasure, pleasure sind die Losungsworte dieser Gesellschaft, die ihren Zenit auch schon überschritten hat. Doppelleben und -moral sind übliches Tagesgeschäft. Liebe nur mehr eine ro­mantische Illusion. Sehnsuchtsträume können allenfalls durch sprechende Vornamen oder Taufregister gestillt werden. Rauchen geht im Tätigkeitsbericht als Arbeit durch, und...

Bret Easton Ellis: «American Psycho»

Aber natürlich sollen die Theater, also wir, jetzt etwas zur Bankenkrise machen! Endlich mal ein Thema, bei dem man weiß, dass es die Zuschauer auch dann noch beschäftigt, wenn der Apparat endlich angeworfen ist und in ein paar Monaten die ersten Ergebnisse ausspuckt. Zumal ja gerne gesagt wird, man wisse nicht genau, bei wem die Krise wann und wie heftig ankommen...

George Bernhard Shaw: «Major Barbara»

Zuallererst muss man eine Vermisstenanzeige aufgeben. Wo ist eigentlich Guido Westerwelle? Seit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte hat er sich gemeinsam mit allen anderen Deregulierungsfachleuten zurückgezogen und liest in einem Managerse­minar, möglicherweise von Rimini Protokoll angeleitet, erstmals «Das Kapital» – nun gut. Und schwitzt sich den Liberalismus aus...