Schlusskonferenz oder Der Rest ist Schreiben
Zeit: 27.
Oktober 2008, der Montag nach der Premiere
Ort: Die Feuilleton-Titelseiten
Stimmen:
MODERATOR
Matthias HEINE («Endlich mal wieder Strumpfhosen», Die Welt)
Ralf-Carl LANGHALS («Wunder gibt es immer wieder», Mannheimer Morgen)
Peter MICHALZIK («Best of Germany», Frankfurter Rundschau)
Roland MÜLLER («Demut, dein Name ist Schmidt», Stuttgarter Zeitung)
Christopher SCHMIDT («Bimmel und Bommel in Helsingör», Süddeutsche Zeitung)
Gerhard STADELMAIER («Weine nicht, wenn der Hamlet fällt», Frankfurter Allgemeine Zeitung)
MODERATORUnd nun live zur Feuilleton-Schlusskonferenz über den medialen Theaterauftrieb des Jahres: Harald Schmidts Hamlet-Musicalcollage. Stuttgart, bitte.
MÜLLER(fade in) ... senkt sich eine riesige Glühbirnenreklame auf die Bühne. «Der Prinz von Dänemark» funkelt nun als Schriftzug rummelplatzgrell und reihenhaushoch ins Schauspielhaus, umwabert von Kunstnebel. Also ist die Bühne angerichtet für Benjamin Grüter, der als guter Hamlet das zartbittere «Girl» von den Beatles intoniert, das wiederum von Martin Leutgeb als Claudius, dem bösen Stiefvater, luziferisch mit «Sympathy for the Devil» ausgekontert wird.
MICHALZIKDamit ist auch das Prinzip der Aufführung klar: Sie ...
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Bombastische Rockmusik. Das Skelett einer Kirche. Nebelschwaden. Ein einsamer Männerschatten zeichnet sich am Bühnenhorizont ab, wandert nach vorn an die Rampe und sagt «Krieg». «Krieg, Krieg, Krieg, Krieg, Krieg.» Die Platte des Propheten hängt. Peter René Lüdicke artikuliert weitere zweihundert Mal «Krieg», gefolgt von heikleren «Hungersnöten» und...
Wer zur Zeit und bis ins «Kulturhauptstadt»-Jahr 2010 hinein auf der A 40 von und nach Bochum fährt, gerät ins Stocken. Eine beidseitig kilometerlange Baustelle macht die verengte Spur zur Slalomstrecke, hier ein blockierter Abzweig, dort eine unplanmäßige Ausbuchtung, mal eine Sperrlinie, eine Hemmschwelle, eine wie aus dem Nichts auftauchende Kurve. Vielleicht...
This murder stuff turns you on?», vergewissert sich Wayne, bevor er Brad, dem er sich selbst als Mörder vorschlägt, einen Film zeigt, in dem er an der Ermordung eines Teenagers beteiligt ist. Wir befinden uns mitten in Gisèle Viennes Puppenspiel «Jerk» und in einem Text, den der junge Solo-Performer Jonathan Capedevielle im Publikum verteilt hat. Waynes Frage an...
