Bret Easton Ellis: «American Psycho»
Aber natürlich sollen die Theater, also wir, jetzt etwas zur Bankenkrise machen! Endlich mal ein Thema, bei dem man weiß, dass es die Zuschauer auch dann noch beschäftigt, wenn der Apparat endlich angeworfen ist und in ein paar Monaten die ersten Ergebnisse ausspuckt. Zumal ja gerne gesagt wird, man wisse nicht genau, bei wem die Krise wann und wie heftig ankommen würde, bei manchen schneller, bei manchen langsamer. Beim Theater kommt sie doch hoffentlich zu allerletzt an, oder? Dann hätten wir noch etwas Zeit.
Die eine Möglichkeit, die leider eine praktische Unmöglichkeit ist, wäre natürlich, dass René Pollesch seine Stücke zum Nachspielen freigeben würde. Der Turbodichter des Turbokapitalismus war in den letzten Jahren der einzige, der einem mit seinen Texten Lust auf Volks- und Betriebswirtschaft gemacht hat. Allein welche Titel man da ausgraben könnte! «Die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat»; «Freedom, Beauty, Truth & Love – Das revolutionäre Unternehmen»; «Wann kann ich endlich in einen Supermarkt gehn und kaufen was ich brauche allein mit meinem guten Aussehen?»; «Solidarität ist Selbstmord»; «Liebe ist kälter als das Kapital»; «Die Welt ...
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Zugegeben: ein Stück aus dem Giftschrank der Theaterliteratur, ein Spätwerk Shakespeares (aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Jahren 1605 bis 7/8), das er selbst nie aufgeführt hat. Viele Philologen glauben, dass Shakespeare die Arbeit am Werk vorzeitig abbrach, manche gehen davon aus, dass einige Szenen der ersten Druckfassung von 1623 von anderen Autoren...
Franz Wille (am Telefon) Hallo Frau Syha, ich habe diese Nummer von Ihrem Theaterverlag, wo sind Sie denn jetzt gerade?
Ulrike Syha In der Casa Baldi, 60 Kilometer von Rom entfernt, sozusagen in der Außenstelle der Villa Massimo.
Fw Dort verleben Sie gerade ein Arbeitsstipendium und schreiben an einem neuen Stück?
Syha Da verbringe ich die Tage und schreibe an einem...
Eine Stellenanzeige in der «Zeit» war der erste Schritt in die Öffentlichkeit: Köln soll eine neue unabhängige monatliche Zeitung für Darstellende Künste erhalten, dafür wurde, überregional wohlgemerkt, ein hochmotivierter Chefredakteur gesucht.
Kulturpolitisch bemerkenswert: Die Initiatoren der neuen Theaterzeitung sind die Kölner Theater selbst, durch ihre...
