George Bernhard Shaw: «Major Barbara»
Zuallererst muss man eine Vermisstenanzeige aufgeben. Wo ist eigentlich Guido Westerwelle? Seit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte hat er sich gemeinsam mit allen anderen Deregulierungsfachleuten zurückgezogen und liest in einem Managerseminar, möglicherweise von Rimini Protokoll angeleitet, erstmals «Das Kapital» – nun gut. Und schwitzt sich den Liberalismus aus den Knochen – auch gut. Leider allerdings ohne den schwächelnden Friedrich Merz, dem die AOK eine Extrakur auf dem Zauberberg verpassen musste – schade eigentlich.
Der schnelle Guido dagegen wird bald verkünden, dass er Keynesianer bis ins Mark sei, man die Rolle des Staates nicht unterschätzen dürfe und er dies im Übrigen schon immer gesagt habe.
Das Theater ist natürlich immer dann, wenn wirklich etwas passiert, enttäuschend: schlicht zu langsam – die anderen Medien dagegen effizient und in Echtzeit längst auf der Überholspur.
Das meiste haben Anne Will, Maischberger und Co. längst geliefert, das Theater dagegen, wie immer, auf verlorenem Posten – scheinbar.
Trotzdem sucht es nach Texten zu Geld und Finanzkrise und stößt auf erstaunlich reiche Vorratshaltung, manches von rührender Behäbigkeit, anderes erstaunlich frisch, ...
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Beweisaufnahme. Ein Lastenheber rasselt in den Bühnenuntergrund, fördert zerstörte Kunstwerke zutage. An der Indizienkette baumelt bald ein Rubens, bald ein Raffael, in Folie verpackt und verzurrt, vor allem aber: zerrissen, zerbrochen, zerschlagen. Regisseurin Christiane Pohle und ihr Dramaturg Malte Ubenauf haben das späte, sperrige Prosawerk «Alte Meister» ins...
Franz Wille (am Telefon) Hallo Frau Syha, ich habe diese Nummer von Ihrem Theaterverlag, wo sind Sie denn jetzt gerade?
Ulrike Syha In der Casa Baldi, 60 Kilometer von Rom entfernt, sozusagen in der Außenstelle der Villa Massimo.
Fw Dort verleben Sie gerade ein Arbeitsstipendium und schreiben an einem neuen Stück?
Syha Da verbringe ich die Tage und schreibe an einem...
Zugegeben: ein Stück aus dem Giftschrank der Theaterliteratur, ein Spätwerk Shakespeares (aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Jahren 1605 bis 7/8), das er selbst nie aufgeführt hat. Viele Philologen glauben, dass Shakespeare die Arbeit am Werk vorzeitig abbrach, manche gehen davon aus, dass einige Szenen der ersten Druckfassung von 1623 von anderen Autoren...
