Grenzen überschreiten

Die englische Regisseurin Katie Mitchell hat sich immer schon vom kontinentalen Theater inspirieren lassen. Jetzt inszeniert sie in Köln

Theater heute - Logo

Im strahlenden Sonnenschein eilt Katie Mitchell zum Treffpunkt National Theatre Bühneneingang. Etwas zu spät wegen dringender Bankgeschäfte – das Wort Island fällt –, etwas in Eile, weil sie in ein paar Stunden der Presse ihr frischgeschriebenes Buch «The Director’s Craft» vorstellen wird. In ihrem Rucksack schwere Wälzer anderer Natur: Sie recherchiere gerade zwei Projekte gleichzeitig, entschuldigt sie sich, eine Oper und Franz Xaver Kroetz’ «Wunschkonzert», ihre erste Produktion auf deutschem Boden, am Schauspiel Köln.



Katie Mitchell ist Associate Director am National Theatre. Zu höheren Weihen kann man im englischen Theater kaum aufsteigen. Ihre Vorbilder, sagt Mitchell, seien allerdings samt und sonders kontinentaleuropäisch. Tatsächlich sind ihre Arbeiten gewöhnlich dezidierter konzeptioniert und bilderstärker inszeniert als die meisten ihrer Kollegen im britischen Mainstream. Was auch damit zu tun haben könnte, dass Mitchell über Ambitionen im Bereich Bildende Kunst zum Theater kam. Mit 16 hielt sie ihre Aussichten, Damien Hirst Paroli zu bieten, für trübe und fing stattdessen an, mit Menschen auf der Bühne Bilder zu entwickeln. Sie war schon in Manches­ter für Theater ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2008
Rubrik: Akteure, Seite 36
von Patricia Benecke

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Café today

Wer zur Zeit und bis ins «Kulturhauptstadt»-Jahr 2010 hinein auf der A 40 von und nach Bochum fährt, gerät ins Stocken. Eine beidseitig kilometerlange Baustelle macht die verengte Spur zur Slalomstrecke, hier ein blockierter Abzweig, dort eine unplanmäßige Ausbuchtung, mal eine Sperrlinie, eine Hemmschwelle, eine wie aus dem Nichts auftauchende Kurve. Vielleicht...

Knopf im Ohr

Peter Zadek, 82, hat Hörprobleme, wie er im Gespräch mit Ascan Gossler von der Hörgeräte-Firma «oticon» darlegt: «Für Menschen mit Hörminderungen verwandelt sich ein Theaterraum leicht in eine große Arena, in der die akustische Orientierung eine Herausforderung darstellt. Ich hatte das Gefühl, mich immer stärker anstrengen zu müssen, um der Kommunikation folgen zu...

Spaß und Gewalt

Schon beeindruckend, wie zwei leidenschaftliche Präzisionsschauspieler auf freier Bühne eine große Nummer bauen: Wie Samuel Finzi den Köder seiner vollgepissten Bierflasche mit pubertärer Erwartungsfreude auslegt, und Wolfram Koch gekonnt ziellos draufzustolpert, wie er das Gesöff lustvoll in sich hineinlaufen lässt und sich der Ekel zeitversetzt wie kleine...