Theater heute Mai 2007
Theatertreffen
Viele gute Freunde
Iris Laufenberg, die Leiterin des Berliner Theatertreffens, im Gespräch über ein unverbesserliches Festival
Sein Reich ist die Mitte
Das Berliner Theatertreffen ist mehr als ein Klassiker: Die zehn «bemerkenswerten Inszenierungen» der Saison, ausgewählt von einer unabhängigen Kritikerjury, bieten einen Überblick zum aktuellen Stand der deutschsprachigen Theaterkunst. – Und jede Menge Gesprächsstoff. Denn was sind die Kriterien für die herausragenden Zehn, wenn das einzige Kriterium «bemerkenswert» heißt?
Auf den folgenden Seiten Schauspielerporträts von Hans Löw und Judith Hofmann – zwei von vielen, die dem Festival neben allen vieldiskutierten Regiezugriffen sein Gesicht geben. Außerdem der persönliche Programmüberblick von Michael Merschmeier, der nach langer Kritik- und Theaterabstinenz einen Selbstversuch unternimmt. Und schließlich die Verbesserungsliste mit konkreten Gegenvorschlägen:
Was fehlt in diesem Jahr – ausgesucht von ehemaligen Jurymitgliedern und Kritikern, die wie immer alles besser wissen als ihre Kollegen …
Porträt
Entfesselt nüchtern
Judith Hofmann, Thalia-Schauspielerin und Jessica in Sartres «Schmutzige Hände», nimmt sich nicht so wichtig. Das hilft gegen die Scham
Theatertreffen
Strenges Glück
Eine Wiederentdeckung der Zuschaulust – Anmerkungen aus Anlass des Berliner Theatertreffens
Eine Herausforderung
Was fehlt? - Aischylos «Die Perser», Regie Dimiter Gotscheff
Theaterheimat
Was fehlt? - «Homestories», ein Stück von Jugendlichen aus Katernberg und Nuran Calis, Schauspiel Essen
Beredtes Dunkel
Was fehlt? - Horváth «Glaube Liebe Hoffnung», Regie Stephan Kimmig, Münchner Kammerspiele
Riskante Reise
Was fehlt? - Aischylos «Die Orestie», Regie Karin Neuhäuser, Schauspiel Frankfurt
Händchen für Handke
Was fehlt? - Peter Handke «Die Unvernünftigen sterben aus», Regie Friederike Heller, Wiener Akademietheater
Schwarze Messe des realen Irsinns
Was fehlt? - Feridun Zaimoglu und Günther Senkel «Schwarze Jungfrauen», Regie Neco Celik, HAU 3 Berlin
Explosionen innerer Welten
Was fehlt? - Jon Fosse «Schlaf», Regie Luc Bondy, Akademietheater, Wiener Festwochen
Aufführungen
Gedenket ihrer!
Shakespearebeschwörungen in Wien und Zürich: Falk Richter zeigt «Julius Cäsar» am Burgtheater, Jan Bosse inszeniert «Hamlet» mit Joachim Meyerhoff in der Titelrolle im Zürcher Schiffbau
In der Wortfabrik
In Gent erkundet Christoph Marthaler wieder einmal das Universum Maeterlinck
Jugend mit und ohne Gott
Stefan Bachmann zelebriert zum zweiten Mal ein Hochamt für Paul Claudel: «Die Gottlosen» am Maxim Gorki Theater
Theaterbauten
Empfang mit offenen Armen
Das runderneuerte Staatstheater Darmstadt wendet sich der Stadt zu
Start Oldenburg
Keine leichte Übung
Im Spagat – das Staatstheater Oldenburg will sich unter neuer Leitung vor Ort beweisen, aber auch überregional messen lassen
Chronik
Groß und klein
Jon Fosse «Winter», Tankred Dorst «Merlin oder Das wüste Land»
Hybris an der Gü
Dürrenmatt «Besuch der alten Dame»
Babydeal
Lothar Kittstein «Die Sorglosen»
Die Mutter aus der Schreibmaschine
Herbert Achternbusch «Kopf und Herz»
Am deutschen Mittagstisch
Elfriede Jelinek «Ulrike Maria Stuart»
Endlosschleife
Alan Ayckbourn «Heimliche Ängste»
Vor Investitionsruinen
Oliver Schmaering nach Hebbel «Nibelungen»
Der Überväter-Western
Alvis Hermanis «Väter»
Autoren zu entdecken
Armut macht nicht sexy
Aber Schreiben ist erstmal keine schlechte Lösung: Dirk Laucke und «alter ford escort dunkelblau» Ein Porträt.
Daten
Medien/TV
18 Singles, 19 Paragrafen
Von Grundgesetzen und Liebesentwürfen: die deutschen Episodenfilme «GG 19» und «Shoppen»
Was Frauen wirklich wollen
In «Korleput», dem neuen Film von Hangover Ltd., kaufen Frauen mittelgroße Gefühle
Magazin
Hula-Hoop bei Tel-Aviv
Das 7. Festival für internationale Dramatik F.I.N.D. setzt einen Schwerpunkt mit junger israelischer Gegenwartsdramatik
«Phony realism»
Peter Zadek, der im April mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet wurde, über Ibsen und Shakespeare und wer welche Fehler verzeiht …
Blind Date mit Freunden
Barbara Frey ist ab 2009 Direktorin im Schauspielhaus Zürich. Die Wahl wäre fast ins Auge gegangen
Alltags-Anthropologien
Schorsch Kamerun gewinnt den Hörspielpreis der Kriegsblinden