In der Wortfabrik

In Gent erkundet Christoph Marthaler wieder einmal das Universum Maeterlinck

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Maeterlinck», Christoph Marthalers neues Stück am Nationaltheater Gent, wirkt wie das Antidot zu «Winch Only» (TH 8-9/06), das er im letzten Jahr in Brüssel herausbrachte.

 Beides sind schlaftrunkene Welträtsel aus Melancholie und Absurdität: das Leben ein Traum, das Erwachen ein Witz und dazwischen Musik – Belgien scheint dem Schweizer gut zu tun! Doch wo in «Winch» noch alles fließt, die Szenen weich mäandern wie hingegossenes Fleisch ohne Skelett, ist die neue Arbeit streng und detailgenau komponiert, straffes Muskelfleisch und feste Knochen, Premium-Qualität für die Gourmets von Haute Cuisine und Theater. Die Aufführung wirkt wie eine «Messe für Maeterlinck», durchtränkt von Verehrung und Geheimnis, voll großer Gesten und kleiner Späße (musikalischen, literarischen und lokalen), sehr schön, sehr langsam und unendlich traurig.

Marthaler ist seit jeher von Maeterlinck fasziniert. 1994 brachte er an der Berliner Volksbühne den «Eindringling» heraus: ein Fin-de-Siècle-Panorama aus Klaustrophobie und Morbidität, wo tote Ratten aus Spitzenkrägen gezogen wurden und das Warten und die Angst als Kommunikationsträger fungierten (nach der Pause gab es Szenen von Karl Valentin – eine ...

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Theater heute Mai 2007
Rubrik: Aufführungen, Seite 30
von Renate Klett

Vergriffen
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