Der Überväter-Western
Im alten, noch deutlich patriarchal durchstrukturierten Familienklassiker von berufstätigem Vater, haushaltender Mutter und Kindern ist wahrscheinlich die Mutter die große Konstante und der Vater deren Abweichung. Die Mutter garantiert das Leben, der Vater das Abenteuer, Kraft, Gewalt manchmal, pfadfinderartige Momente der Kameraderie, Tief- und Höhepunkte des Zwischenmenschlichen. Für den Sohn kommt vom Vater das Wissen über Autos, Alkohol und Sexualität. Irgendwann wird Bier zum Gleitgel der Vater-Sohn-Beziehung. Oder Wodka.
Wenn sie es nur einigermaßen richtig machen, sind Väter immer irgendwie bewunderte Helden. Und irgendwann werden die Söhne wie ihre Väter.
Der lettische Regisseur Alvis Hermanis hat für all diese Behauptungen drei Geschichten und eine Form auf die Bühne der Zürcher Schiffbauhalle 2 gestemmt. Die Geschichten sind klug auf lustige, trockene oder sentimentale Pointen hin getrimmte Anekdoten aus den Väter-Beziehungen von zwei Schauspielern (der Kasseler Polizistensohn Oliver Stokowski und der lettische Schauspielersohn Gundars Abolin, ein Name, der wie kein zweiter ins Theater gehört, weil man immer «Gundars Abo links» zu verstehen glaubt) und einem Künstler (der ...
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In der Videoarbeit «Barbed Hula» aus dem Jahr 2000 gelingt der israelischen Künstlerin Sigalit Landau, 1969 in Jerusalem geboren, ein eindringliches Bild: Die nackte Künstlerin steht auf einem weiten Sandstrand. Man hört das gleichmäßige Rauschen der Wellen, während ihr in Zeitlupe drehender Rumpf einen Reifen auf Hüfthöhe balanciert. Rauschendes Strandidyll und...
Maeterlinck», Christoph Marthalers neues Stück am Nationaltheater Gent, wirkt wie das Antidot zu «Winch Only» (TH 8-9/06), das er im letzten Jahr in Brüssel herausbrachte. Beides sind schlaftrunkene Welträtsel aus Melancholie und Absurdität: das Leben ein Traum, das Erwachen ein Witz und dazwischen Musik – Belgien scheint dem Schweizer gut zu tun! Doch wo in...
