Der Überväter-Western

Alvis Hermanis «Väter»

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Im alten, noch deutlich patriarchal durchstrukturierten Familienklassiker von berufstätigem Vater, haushaltender Mutter und Kindern ist wahrscheinlich die Mutter die große Konstante und der Vater deren Abweichung. Die Mutter garantiert das Leben, der Vater das Abenteuer, Kraft, Gewalt manchmal, pfadfinderartige Momente der Kameraderie, Tief- und Höhepunkte des Zwischenmenschlichen. Für den Sohn kommt vom Vater das Wissen über Autos, Alkohol und Sexualität. Irgendwann wird Bier zum Gleitgel der Vater-Sohn-Beziehung. Oder Wodka.

Wenn sie es nur einigermaßen richtig machen, sind Väter immer irgendwie bewunderte  Helden. Und irgendwann werden die Söhne wie ihre Väter.

Der lettische Regisseur Alvis Hermanis hat für all diese Behauptungen drei Geschichten und eine Form auf die Bühne der Zürcher Schiffbauhalle 2 gestemmt. Die Geschichten sind klug auf lustige, trockene oder sentimentale Pointen hin getrimmte Anekdoten aus den Väter-Beziehungen von zwei Schauspielern (der Kasseler Polizistensohn Oliver Stokowski und der lettische Schauspielersohn Gundars Abolin, ein Name, der wie kein zweiter ins Theater gehört, weil man immer «Gundars Abo links» zu verstehen glaubt) und einem Künstler (der ...

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Theater heute Mai 2007
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Simone Meier

Vergriffen
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