Händchen für Handke
Zum ersten Mal wurde eine Handke-Inszenierung von Friederike Heller vor zwei Jahren nicht zum Theatertreffen eingeladen. Damals hatte die junge Regisseurin den grantigen «Untertagblues» frech und sehr überzeugend als zeitgenössische Publikumsbeschimpfung inszeniert. Am selben Ort (Akademietheater) und mit demselben Hauptdarsteller (Philipp Hochmair) bewies Heller mit «Die Unvernünftigen sterben aus» in dieser Spielzeit erneut, dass sie ein Händchen für Handke hat.
Die 1974 uraufgeführte Kapitalismusfarce ist ein «missing link» zwischen Handkes sprachkritischem Frühwerk und dem hohen Ton der späteren Dramen. Äußerlich ist das ein ganz konventionelles Stück mit Figuren, Dialogen und Szenenanweisungen, aber anstelle von psychologisch-realistischem Theater wird ein ironisch-philosophisches Gedankenexperiment geboten. Im Grunde handelt das Stück von der «Selbstfindung» eines Mannes; wobei der Witz darin besteht, dass sich das Drama nicht im dazu passenden WG-Milieu, sondern auf der Chefetage abspielt. Die Pointe: Der Ego-Trip des Protagonisten, des melancholischen Unternehmers Hermann Quitt, erweist sich als perfekte Strategie im kapitalistischen Verdrängungswettbewerb.
Heller inszeniert ...
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