Schwarze Messe des realen Irsinns
Sie sind schick und gebildet, haben nichts gegen einen Fick und hassen die «Vollbandagierten», diese «Moraltanten» mit den «Mumientüchern». Kurz: Es sind junge Türkinnen in Deutschland mit «ausgesucht gutem» Deutsch, die offensichtlich Schluss gemacht haben mit dem dogmatischen Islam ihrer Vorfahren. Sie sind, so darf man meinen, angekommen im Westen. Bravo, ruft der Integrationsbeauftragte.
Doch dann haut es ihn um: «Ich seh’ zwar nicht orthodox aus, habe aber knallharte Ansichten: Es lebe der Gottesstaat! Der Dschihad! Es lebe der islamische Kampf in Irak und in Palästina!»
Was sich anhört wie der Text aus einem Bekennervideo von Al-Qaida-Terroristen sind Aussagen von eben jenen schicken unter uns lebenden «Neomusliminnen», die der türkischstämmige Schriftsteller Feridun Zaimoglu gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Günther Senkel in anonym geführten Interviews gewonnen und unter dem Titel «Schwarze Jungfrauen» zu einer Sammlung von Monologen verdichtet hat. Die Uraufführung im Berliner HAU 3 unter der Regie von Neco Celik war eine Sensation. Noch nie gab es hierzulande einen derart offenherzigen Blick in die unsäglichen Abgründe einer unheimlichen Emanzipation, die das Moderne ...
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«Das Risiko bei Shakespeare besteht natürlich darin, dass du auf einen völlig falschen Weg kommen kannst und niemand dich dabei aufhält. Bei Henrik Ibsen ist es komplett anders, bei diesem Dramatiker kannst du andauernd kontrollieren, was du machst. Wenn man bei Ibsen eine grundsätzlich falsche Entscheidung für eine Figur trifft, wenn man zum Beispiel aus Lövborg...
Zum ersten Mal wurde eine Handke-Inszenierung von Friederike Heller vor zwei Jahren nicht zum Theatertreffen eingeladen. Damals hatte die junge Regisseurin den grantigen «Untertagblues» frech und sehr überzeugend als zeitgenössische Publikumsbeschimpfung inszeniert. Am selben Ort (Akademietheater) und mit demselben Hauptdarsteller (Philipp Hochmair) bewies Heller...
Eigentlich ist sie schon ganz lange da. Nur so richtig groß aufgefallen, das war sie bisher nicht. Immer wohlwollend erwähnt, nie abgestürzt, sicher eine Stütze des Ensembles, aber nie: ein Star. Judith Hofmann wird demnächst 40. Das würde keiner glauben, der sie nur auf der Bühne sah, aus der sicheren Entfernung des Parketts, geschminkt und in der Rolle...
