Am deutschen Mittagstisch
Im Grunde schreibt Elfriede Jelinek schon lange keine Stücke mehr. Sie stellt Textblöcke zur Verfügung, aus denen bei entsprechender Behandlung Theater werden kann. Sie sind dabei nicht zimperlich, diese Texte, im Gegenteil, sie wollen hart rangenommen werden.
Dafür sind sie aber auch zu allem bereit und gänzlich uneitel, wenn es darum geht, sich offensiv benutzen zu lassen, weshalb es auch keine Schrulle, sondern nur nachvollziehbar und konsequent ist – eine Geste höchster Hingabe bei maximaler Selbstbehauptung sozusagen –, dass Jelinek ihr jüngstes, Schiller und RAF kurzschließendes Königinnendrama «Ulrike Maria Stuart» diesmal gar nicht zur Veröffentlichung freigegeben hat. Es soll Theater werden und sonst gar nichts – was man von Nicolas Stemanns virtuos auf allen Registern schmerzhafter Peinlichkeit spielenden Uraufführung am Hamburger Thalia Theater mit ihrem grellbunten Formate-Mix von Trash-Comedy über Blockflötenkonzert und Historien-Blockbuster «Der Untergang 2» bis zu Terror-Revue und Farbbeutelschlacht durchaus behaupten kann.
Bei der mit Spannung erwarteten Zweitinszenierung des explosiven Sprachgemischs durch Jossi Wieler an den Münchner Kammerspielen hat die Zündung ...
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Wir Bildungsbürger und Abonnenten, Shakespearefreunde und Humanisten, wir Theaterkritiker und von engagierten Lehrern herangeschleiften Gymnasiasten – wir sind das Volk. Damit wir das nicht vergessen und auch nicht, dass die Tragödien des britischen Renaissance-Dramatikers William Shakespeare mit uns, dem Volk, zu tun haben, werden wir als solches angesprochen und...
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