Am deutschen Mittagstisch
Im Grunde schreibt Elfriede Jelinek schon lange keine Stücke mehr. Sie stellt Textblöcke zur Verfügung, aus denen bei entsprechender Behandlung Theater werden kann. Sie sind dabei nicht zimperlich, diese Texte, im Gegenteil, sie wollen hart rangenommen werden.
Dafür sind sie aber auch zu allem bereit und gänzlich uneitel, wenn es darum geht, sich offensiv benutzen zu lassen, weshalb es auch keine Schrulle, sondern nur nachvollziehbar und konsequent ist – eine Geste höchster Hingabe bei maximaler Selbstbehauptung sozusagen –, dass Jelinek ihr jüngstes, Schiller und RAF kurzschließendes Königinnendrama «Ulrike Maria Stuart» diesmal gar nicht zur Veröffentlichung freigegeben hat. Es soll Theater werden und sonst gar nichts – was man von Nicolas Stemanns virtuos auf allen Registern schmerzhafter Peinlichkeit spielenden Uraufführung am Hamburger Thalia Theater mit ihrem grellbunten Formate-Mix von Trash-Comedy über Blockflötenkonzert und Historien-Blockbuster «Der Untergang 2» bis zu Terror-Revue und Farbbeutelschlacht durchaus behaupten kann.
Bei der mit Spannung erwarteten Zweitinszenierung des explosiven Sprachgemischs durch Jossi Wieler an den Münchner Kammerspielen hat die Zündung ...
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«Das Risiko bei Shakespeare besteht natürlich darin, dass du auf einen völlig falschen Weg kommen kannst und niemand dich dabei aufhält. Bei Henrik Ibsen ist es komplett anders, bei diesem Dramatiker kannst du andauernd kontrollieren, was du machst. Wenn man bei Ibsen eine grundsätzlich falsche Entscheidung für eine Figur trifft, wenn man zum Beispiel aus Lövborg...
Eigentlich ist sie schon ganz lange da. Nur so richtig groß aufgefallen, das war sie bisher nicht. Immer wohlwollend erwähnt, nie abgestürzt, sicher eine Stütze des Ensembles, aber nie: ein Star. Judith Hofmann wird demnächst 40. Das würde keiner glauben, der sie nur auf der Bühne sah, aus der sicheren Entfernung des Parketts, geschminkt und in der Rolle...
Sie sind schick und gebildet, haben nichts gegen einen Fick und hassen die «Vollbandagierten», diese «Moraltanten» mit den «Mumientüchern». Kurz: Es sind junge Türkinnen in Deutschland mit «ausgesucht gutem» Deutsch, die offensichtlich Schluss gemacht haben mit dem dogmatischen Islam ihrer Vorfahren. Sie sind, so darf man meinen, angekommen im Westen. Bravo, ruft...
