Strenges Glück
Glück, Lust – und die Suche danach im Theater: Sind gerade Tschechows «Drei Schwestern» (an den Münchner Kammerspielen) das richtige Stück, um dabei fündig zu werden? Olga, die älteste, ist als Lehrerin längst verzweifelt, eine früh ältliche ewige Jungfer. Irina, die jüngste, ist auf der Suche nach einer Aufgabe, einer Liebe, nach Lebenssinn – aber ihre Sehnsucht wird dort, wo sie lebt, kaum in Erfüllung gehen können. Mascha, die Mittlere, hat immerhin einen Mann, aber der ist nur ein mittelmäßiger, und die Ehe beschert ihr bestenfalls strenges Glück.
«Drei Schwestern» – wie alle Dramen Tschechows vor allem ein Stück der Ausweglosigkeit, voller Melancholie und Abschiede, voll wunschseligen Unglücks, obwohl am Ende Irinas Ruf «Nach Moskau, nach Moskau!» wie ein Aufbruchssignal klingen könnte …
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Nach München, nach München – der Wiederentdeckung der Zuschaulust wegen? In den letzten Jahren hatte meine große Liebe fürs Theater merklich nachgelassen. War das der schieren Dauer unserer Liaison geschuldet? Oder dem Älterwerden? Oder den mir fremder werdenden Haltungen der Regisseure und Akteure? Keinesfalls wollte ich ein aus Überdruss mäkeliger, besserwisserischer Kritiker werden. Also ...
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Eine ungewollt schwangere Frau hadert mit ihrer wachsenden Leibesfrucht, weil diese ihr ihre Freiheit nimmt und sie von der anvisierten Sportlerkarriere abhält – das könnte ein Gegenwartsstück über Singledasein und Erfolgsfixiertheit sein. Es ist aber ein quasi-autobiografisches Werk von Herbert Achternbusch über seine werdende Mutter im Jahr 1938. Der 2005...
Sie sind schick und gebildet, haben nichts gegen einen Fick und hassen die «Vollbandagierten», diese «Moraltanten» mit den «Mumientüchern». Kurz: Es sind junge Türkinnen in Deutschland mit «ausgesucht gutem» Deutsch, die offensichtlich Schluss gemacht haben mit dem dogmatischen Islam ihrer Vorfahren. Sie sind, so darf man meinen, angekommen im Westen. Bravo, ruft...
Eigentlich ist sie schon ganz lange da. Nur so richtig groß aufgefallen, das war sie bisher nicht. Immer wohlwollend erwähnt, nie abgestürzt, sicher eine Stütze des Ensembles, aber nie: ein Star. Judith Hofmann wird demnächst 40. Das würde keiner glauben, der sie nur auf der Bühne sah, aus der sicheren Entfernung des Parketts, geschminkt und in der Rolle...
