Strenges Glück
Glück, Lust – und die Suche danach im Theater: Sind gerade Tschechows «Drei Schwestern» (an den Münchner Kammerspielen) das richtige Stück, um dabei fündig zu werden? Olga, die älteste, ist als Lehrerin längst verzweifelt, eine früh ältliche ewige Jungfer. Irina, die jüngste, ist auf der Suche nach einer Aufgabe, einer Liebe, nach Lebenssinn – aber ihre Sehnsucht wird dort, wo sie lebt, kaum in Erfüllung gehen können. Mascha, die Mittlere, hat immerhin einen Mann, aber der ist nur ein mittelmäßiger, und die Ehe beschert ihr bestenfalls strenges Glück.
«Drei Schwestern» – wie alle Dramen Tschechows vor allem ein Stück der Ausweglosigkeit, voller Melancholie und Abschiede, voll wunschseligen Unglücks, obwohl am Ende Irinas Ruf «Nach Moskau, nach Moskau!» wie ein Aufbruchssignal klingen könnte …
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Nach München, nach München – der Wiederentdeckung der Zuschaulust wegen? In den letzten Jahren hatte meine große Liebe fürs Theater merklich nachgelassen. War das der schieren Dauer unserer Liaison geschuldet? Oder dem Älterwerden? Oder den mir fremder werdenden Haltungen der Regisseure und Akteure? Keinesfalls wollte ich ein aus Überdruss mäkeliger, besserwisserischer Kritiker werden. Also ...
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Wie jede gute Fabel lässt sich auch die des nun 50 Jahre alten «Besuchs der alten Dame» in zwei Sätzen wiedergeben. Als junge Frau wurde Klara Wäscher von ihrem Liebhaber geschwängert, in einem Vaterschaftsprozess gelinkt und ins Elend gestoßen. Jahrzehnte später kehrt sie als Claire Zachanassian ins Städtchen Güllen zurück und verspricht der bankrotten Gemeinde...
In der Videoarbeit «Barbed Hula» aus dem Jahr 2000 gelingt der israelischen Künstlerin Sigalit Landau, 1969 in Jerusalem geboren, ein eindringliches Bild: Die nackte Künstlerin steht auf einem weiten Sandstrand. Man hört das gleichmäßige Rauschen der Wellen, während ihr in Zeitlupe drehender Rumpf einen Reifen auf Hüfthöhe balanciert. Rauschendes Strandidyll und...
Eigentlich ist sie schon ganz lange da. Nur so richtig groß aufgefallen, das war sie bisher nicht. Immer wohlwollend erwähnt, nie abgestürzt, sicher eine Stütze des Ensembles, aber nie: ein Star. Judith Hofmann wird demnächst 40. Das würde keiner glauben, der sie nur auf der Bühne sah, aus der sicheren Entfernung des Parketts, geschminkt und in der Rolle...
