Sein Reich ist die Mitte
Handball ist ein gefährlicher Sport. In neun Fingern Kapselrisse und vier Mal das Nasenbein gebrochen ist zumindest die Bilanz von Hans Löw. Hätte der talentierte Sportler, den man in seinen Jugendjahren nie ohne Ball gesehen haben soll, weiter gemacht und wäre kürzlich Weltmeister mit dem deutschen Handballteam geworden, dann sähe die Liste sicherlich noch brutaler aus. Aber irgendwann hatte Löw genug vom «Sportlerleben mit Männern in Hallen».
Er wollte rauchen, Mädchen kennen lernen und studieren, denn «immer nur Jungs ist dröge, und schreiende Väter am Spielfeldrand, die dauernd ‹druff, druff› brüllen, sind auch kein Zustand».
An seinem neuen Arbeitsplatz ist deswegen alles ins Gegenteil gekehrt. Die Mannschaft ist gemischtgeschlechtlich, die Hände braucht man für Gesten, zum Klavierspielen oder um sie sanft um Frauenhüften zu legen, das Spielfeld hat nur ein großes Tor und dahinter sitzen die Menschen im Dunklen und beobachten die Aktiven schweigend. Und obwohl man Löw seine athletische Beschaffenheit immer noch ansieht (vor allem, wenn er mal das Hemd auszieht wie als Werther am Maxim Gorki Theater), ihn seine Kollegen als hervorragenden Fußballer preisen und Löw als Wütender ...
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