Viele gute Freunde
Franz Wille Das Theatertreffen als jährliche Theaterolympiade – die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen einer Saison, ausgewählt von einer unabhängigen Kritiker-Jury. Dieses Festivalformat hat sich jetzt schon seit über vier Jahrzehnten gegen alle Krisen und Anfechtungen behauptet.
Sie leiten das Theatertreffen jetzt im fünften Jahr: Sehen Sie konkrete Verbesserungsmöglichkeiten?
Iris Laufenberg Ich habe nie am Konzept des Theatertreffens gezweifelt, es hat sich 44 Jahre lang bewährt, und man kann, wenn man die Diskussionen und Pressekommentare zurückverfolgt, auch lustigerweise feststellen, dass es immer um ähnliche Streitpunkte ging: Die Jury hat die freie Szene oder die Provinz übersehen, hat überhaupt falsch ausgewählt…
FW … eine beliebte Frage ist auch immer, ob es einen Künstler in der Jury geben soll oder wie bisher alle Juroren Kritiker sein sollen.
Laufenberg Und die Antwort hat sich auch bewährt: Kein Künstler ist unbefangen und frei von Interessenkonflikten, außer er hätte mit Theater gar nichts zu tun, und das kann auch nicht im Sinn der Auswahl sein. Es ist gerade das Besondere am Theatertreffen, dass kein einzelner Kurator auswählt, sondern eine zwangsläufig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vom Headhunter zum Dramaturgen wurde Lothar Kittstein durch eine Schauspielerin, die ihn derart beeindruckte, dass der unternehmensberatende Kopfjäger mit dem Stückeschreiben anfing. Das und noch viel mehr erzählt Kittstein in einem Programmheftinterview aus der beliebten Reihe «Dramaturgen fragen, Autoren plaudern». Da in diesem Fall der befragte Autor selbst...
Das Theater und die katholische Kirche haben vieles gemeinsam. Beide Institutionen versprechen moralischen Beistand und seelische Reinigung, beide haben trotzdem mit Publikumsschwund zu kämpfen. Während die Kirche dem aufgeklärten Bürger zu dogmatisch ist, verhält es sich mit dem Theater genau umgekehrt: Das «Anything Goes» der zeitgenössischen Bühnensprache wird...
Ich wurde noch nie wirklich gebraucht», lamentiert Artikel 18. In der von Harald Siebler produzierten Grundrechte-Verfilmung «GG 19 – 19 gute Gründe für Demokratie» hat Artikel 18 die Gestalt von Josef Ostendorf. Und das ist – gerade zum Auftakt des sonderbaren Unterfangens eines Grundgesetzfilms – eine verführerische Idee: Der Artikel selbst wird zur handelnden...
