Blind Date mit Freunden
Der Verwaltungsrat der Zürcher Schauspielhaus AG sprach von bis zu dreißig ernstzunehmenden Bewerbungen für die künstlerische Direktion. In der Schweiz heißt der Posten offiziell nicht Intendanz, weil die höfische Tradition fehlt und damit auch dieser Begriff. Bedenkt man, wie wenig die Findungskommission in acht Monaten gefunden hat, darf man durchaus von feudalen Resten ausgehen. Und eine Berater-Troika aus Werner Düggelin, Dieter Dorn und Jürgen Flimm stand den Findungsarbeitern ja auch noch zur Seite.
Noch vor wenigen Monaten hörte man aber, selbst der Rat der Weisen hätte noch nie richtig getagt.
Sicher ist, dass manche der dreißig Bewerber lange nichts von ihrer Bewerbung wussten. In der Findungskommission blätterte man erstmal gemütlich und unter sich in einem Fotoalbum. Darin versammelt: Wer so in Frage kommt, wer sich gemeldet hat, was man sich wünschen würde. Ja, Ulrich Khuon, das schwäbische Erfolgsmodell aus dem Hamburger Thalia, wäre natürlich nett. Aber warum auch anrufen? Irgendwann ging der ans Deutsche Theater in Berlin, ohne vorher in Zürich gefragt zu haben. Typisch deutsch. Stefan Bachmann hätte hier Abhilfe schaffen können: mit Führungserfahrung aus dem Basler ...
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Sie sind schick und gebildet, haben nichts gegen einen Fick und hassen die «Vollbandagierten», diese «Moraltanten» mit den «Mumientüchern». Kurz: Es sind junge Türkinnen in Deutschland mit «ausgesucht gutem» Deutsch, die offensichtlich Schluss gemacht haben mit dem dogmatischen Islam ihrer Vorfahren. Sie sind, so darf man meinen, angekommen im Westen. Bravo, ruft...
Die Verlockung muss groß sein, vielleicht, weil der Stoff so gewaltig ist und Tantiemen birgt. Nach Moritz Rinke (seit 2002 in Worms), Helmut Krausser («Unser Lied»), Marc Pommerening («die nibelungen. melodram») und einigen weniger Autorschaft beanspruchenden Hebbel-Bearbeitern (wie zuletzt Andreas Kriegenburg) hat nun Oliver Schmaering ein weiteres...
Ich wurde noch nie wirklich gebraucht», lamentiert Artikel 18. In der von Harald Siebler produzierten Grundrechte-Verfilmung «GG 19 – 19 gute Gründe für Demokratie» hat Artikel 18 die Gestalt von Josef Ostendorf. Und das ist – gerade zum Auftakt des sonderbaren Unterfangens eines Grundgesetzfilms – eine verführerische Idee: Der Artikel selbst wird zur handelnden...
