Empfang mit offenen Armen
Viel Staat war nicht mehr zu machen mit dem Staatstheater. Die traditionsreichen Darmstädter Bühnen – ihre Geschichte reicht bis in die Zeiten des Landgrafen Ludwig V. im frühen 17. Jahrhundert zurück – hatten 1972 einen opulenten Neubau bekommen, ein Dreispartentheater mit Großem und Kleinem Haus, üppigem Raumprogramm für Werkstätten und Requisite und einer der geräumigsten Bühnen Deutschlands.
Der von Rolf Prange entworfene größte bundesdeutsche Theaterbau, alsbald bedrängt vom Tunnelschlund einer Tiefstraße und durch die pusselige Grünanlage des Georg-Büchner-Platzes ins Abseits gedrängt, hatte mit der Stadt nicht mehr viel zu tun. Kommt man aus Richtung Bahnhof, ist die 300 Meter lange Nordseite mit Laderampen, Kellertoren und Müllcontainern zu passieren, bevor eine schrundige Betonstiege zum Vorplatz hinaufführt. Der Gammelbeton hätte jedem Weltkriegsbunker zur Ehre gereicht, die Marmorfassade bröckelte, und die Hauptfassade schien es darauf anzulegen, die Besucher gründlich zu verschrecken.
In Zeiten der autogerechten Stadtplanung errichtet, entwickelte das Haus so gut wie keine Bindung zu den umgebenden Stadtquartieren, nur eine vierspurige unterirdische Vorfahrt und eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Maeterlinck», Christoph Marthalers neues Stück am Nationaltheater Gent, wirkt wie das Antidot zu «Winch Only» (TH 8-9/06), das er im letzten Jahr in Brüssel herausbrachte. Beides sind schlaftrunkene Welträtsel aus Melancholie und Absurdität: das Leben ein Traum, das Erwachen ein Witz und dazwischen Musik – Belgien scheint dem Schweizer gut zu tun! Doch wo in...
Was ist bemerkenswert? Neben all dem wunderbar gespielten und intelligent durchdachten Großstadttheater, das die Theatertreffen-Auswahl wie jedes Jahr beherrscht, sollte man auch bemerken, dass das deutsche Stadttheater gelegentlich ein paar Anstrengungen unternimmt, um aus seinem Lieblingsbereich, dem intellektuell aufgeschlossenen Spätbürgertum, auszubrechen und...
Handball ist ein gefährlicher Sport. In neun Fingern Kapselrisse und vier Mal das Nasenbein gebrochen ist zumindest die Bilanz von Hans Löw. Hätte der talentierte Sportler, den man in seinen Jugendjahren nie ohne Ball gesehen haben soll, weiter gemacht und wäre kürzlich Weltmeister mit dem deutschen Handballteam geworden, dann sähe die Liste sicherlich noch...
