Empfang mit offenen Armen
Viel Staat war nicht mehr zu machen mit dem Staatstheater. Die traditionsreichen Darmstädter Bühnen – ihre Geschichte reicht bis in die Zeiten des Landgrafen Ludwig V. im frühen 17. Jahrhundert zurück – hatten 1972 einen opulenten Neubau bekommen, ein Dreispartentheater mit Großem und Kleinem Haus, üppigem Raumprogramm für Werkstätten und Requisite und einer der geräumigsten Bühnen Deutschlands.
Der von Rolf Prange entworfene größte bundesdeutsche Theaterbau, alsbald bedrängt vom Tunnelschlund einer Tiefstraße und durch die pusselige Grünanlage des Georg-Büchner-Platzes ins Abseits gedrängt, hatte mit der Stadt nicht mehr viel zu tun. Kommt man aus Richtung Bahnhof, ist die 300 Meter lange Nordseite mit Laderampen, Kellertoren und Müllcontainern zu passieren, bevor eine schrundige Betonstiege zum Vorplatz hinaufführt. Der Gammelbeton hätte jedem Weltkriegsbunker zur Ehre gereicht, die Marmorfassade bröckelte, und die Hauptfassade schien es darauf anzulegen, die Besucher gründlich zu verschrecken.
In Zeiten der autogerechten Stadtplanung errichtet, entwickelte das Haus so gut wie keine Bindung zu den umgebenden Stadtquartieren, nur eine vierspurige unterirdische Vorfahrt und eine ...
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«Das Risiko bei Shakespeare besteht natürlich darin, dass du auf einen völlig falschen Weg kommen kannst und niemand dich dabei aufhält. Bei Henrik Ibsen ist es komplett anders, bei diesem Dramatiker kannst du andauernd kontrollieren, was du machst. Wenn man bei Ibsen eine grundsätzlich falsche Entscheidung für eine Figur trifft, wenn man zum Beispiel aus Lövborg...
Sie sind schick und gebildet, haben nichts gegen einen Fick und hassen die «Vollbandagierten», diese «Moraltanten» mit den «Mumientüchern». Kurz: Es sind junge Türkinnen in Deutschland mit «ausgesucht gutem» Deutsch, die offensichtlich Schluss gemacht haben mit dem dogmatischen Islam ihrer Vorfahren. Sie sind, so darf man meinen, angekommen im Westen. Bravo, ruft...
Was für eine einzigartige Madonnenfresse sie hat, diese riesigen Glotzeaugen, der weit oben auf den Schädel verschobene Haaransatz, dieser leichenbleiche Teint: Die Schauspielerin Brigitte Hobmeier, Liebling des Münchner Theaterpublikums, ist (wie nicht wenige herausragende Darstellungskünstler) ein Monster, eine Zumutung, eine mitunter nur schwer...
