Opernwelt Mai 2006
Editorial
Im Focus
Die Zeit ist ein grausam' Ding
Stephan Mösch über die jüngsten Opernpremieren in Thüringen: Barbers «Vanessa» in Altenburg, Previns «Endstation Sehnsucht» in Eisenach, Spontinis «Fernand Cortez» in Erfurt, Solers «Il burbero di buon cuore» in Rudolstadt
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Wie sich das Theater Nordhausen gegen die Unwirtlichkeit der Verhältnisse stemmt
Für alle Schichten
Eigentlich sollte in diesem Heft eine Kritik von Kaija Saariahos neuer Oper «Adriana Mater» stehen. Die Uraufführung war an der Pariser Oper geplant: Gerard Mortiers bisher wichtigstes Projekt im größten Opernbetrieb der Welt. Die Premiere fiel aus. Streiks legten den Betrieb lahm. Das Gespräch, um das wir Mortier baten, drucken wir trotzdem. Und in den nächsten Heften ist dann mehr von Gegenwart und Geschichte der Opernstadt Paris zu lesen.
Wenn du mir fremd bist, liebe ich dich
«Madama Butterfly» und ein neues «Medea-Musiktheater» in Stuttgart
Agamemnons Raumstation
Glucks «Iphigenie»-Opern als galaktische Abenteuer in Darmstadt
«Da fließt es schwarz»
Achim Freyer deutet Cherubinis «Medée» in Mannheim
Magazin
Steiler Aufstieg und frühes Leid
Sopranwunder, Filmstar, Partydiva der sechziger und siebziger Jahre: Anna Moffo ist tot
Mozart auf die Sprünge helfen
Manfred Trojahns neue Version des «Titus» als deutsche Erstaufführung in Braunschweig
Die Avantgarde lebt
Computergesteuert: John Cages «Europeras» als dreistündiges Happening in Aachen
Aufstand im Konzertsaal
Die Vlaamse Opera präsentiert in Antwerpen Giorgio Battistellis «Prova d’orchestra»
Jahrmarkt der Beliebigkeiten
Das Berliner «MaerzMusik»-Festival schaute in diesem Jahr nach Fernost
Auf Nachhaltigkeit angelegt
Die neu gegründete Mitteldeutsche Kammeroper stellt sich mit «Hänsel und Gretel» vor
Spitzentöne aus der Pappkulisse
Oft unfreiwillig komisch: Opern-Archäologisches aus amerikanischen TV- und Film-Archiven
Delirium und Himmelfahrt
Mozart-Dienst: alle drei Da-Ponte-Opern an einem Tag in Budapest
Service
Interview
Keine Angst vor Höhenflügen
Die ehemalige Mezzosopranistin Violeta Urmana
Thema
Gefährdete Gattung
Das traditionelle Musiktheater Chinas (xiqu) wird in Europa, wenn überhaupt, meist als exotisches Potpourri rezipiert, dessen Nummern aus unterschiedlichen Werken stammen. Dass dieses Musiktheater einen überaus reichen, regional wie stilistisch ausdifferenzierten Formenkanon und eine Fülle klassischer Werke hervorgebracht hat, bleibt einer westlichen Optik verschlossen, die gern alles, was bunt maskiert, akrobatisch und mit nasalen Hochtönen daherkommt, unter dem Begriff «Peking-Oper» subsumiert. Tatsächlich sind mehr als dreihundert verschiedene Spielarten überliefert. Wenn das Berliner Haus der Kulturen der Welt nun erstmals führende Darsteller der Peking-Oper, der Yue-Oper, der Sichuan-Oper, der Qin-Oper und der Kun-Oper mit Solo-Stücken nach Deutschland eingeladen hat, ist das nicht nur der überfällige Versuch, einen blinden Fleck der okzidentalen Wahrnehmung auszuleuchten, sondern zugleich ein Hinweis auf die Bemühungen einer neuen Künstlergeneration, dieses kulturelle Erbe unter dem Druck einer geschichtsvergessenen Modernisierung von beispielloser Dynamik zu bewahren. Unser Thema nähert sich dem Phänomen aus drei Richtungen: Ein einführender Essay skizziert die von Höhen und Tiefen geprägte Entwicklung des chinesischen Musiktheaters im 20. Jahrhundert; eine Reportage behandelt die aktuelle Musik- und Theaterszene in Beijing und Shanghai; eine Rezension würdigt drei Aufführungen, die im Rahmen des Berliner China-Festivals zu sehen waren.
Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen
Wie Künstler aus der Volksrepublik China und Taiwan sich um eine Erneuerung des Musiktheaters bemühen
Reisen ins Innere
Solo-Performances im Berliner Haus der Kulturen der Welt
Panorama
Kurz berichtet
Telemann: Don Quichotte
Magdeburg
Rimsky-Korsakow: Der goldene Hahn
Oldenburg
Strauss: Arabella
Regensburg
Donizetti: La Favorite
Zürich
DVDs
Opernplunder und Musiktheater
Inszenierungen aus Venedig, Mailand, Florenz, Wien und Paris auf DVD
CDs
Psychologie im Paradies
Rudi Stephans «Die ersten Menschen» als Konzertmitschnitt bei cpo
Wüstensand und Spinnstube
Frühe Bühnenwerke von Alfredo Catalani und Pietro Mascagni bei Bongiovanni
Geschenk zur Silberhochzeit
Helmuth Rilling erinnert an Mendelssohns Liederspiel «Heimkehr aus der Fremde»
Harmlose Dramaturgie
Kevin Mallons kanadischer «Rinaldo» kommt über ein durchschnittliches Maß nicht hinaus
Der gemixte Orlando
Juan Bautista Otero legt Nicola Porporas «Orlando» in einer bearbeiteten Fassung vor
Von Olimpia zu Anna
Historische Recitals aus sieben Jahrzehnten bei Preiser, Relief, Nimbus, Decca und Sony/BMG
Service
Retrospektive
Himmel und Hölle
Melitta Muszely über ihr Glück in Hamburg, Schwerstarbeit in Ost-Berlin und ihre Hassliebe zu Wien