Donizetti: La Favorite
Nicht «Spirto gentil», sondern «Ange si pur»: Der junge Klosterbruder, den die Liebe erwischte, lässt sich nun auch in Zürich auf Französisch vernehmen. Es spricht sich mehr und mehr herum, dass Gaetano Donizettis «Favoritin» sich in der Pariser Urfassung wesentlich genauer den Worten anschmiegt als in der mit links erstellten späteren italienischen Version. «La Favorite» also. Fabio Sartori war jener Fernand, der Léonor, der Mätresse des kastilischen Königs, das Weihwasser reicht und dabei ihre Hand berührt: bis ganz oben fülliger und runder Tenorglanz.
Und Vesselina Kasarova entwickelte wie schon in der Münchner Viotti-Aufnahme mit hell und weich strömendem Mezzosopran die notwendigen Primadonnenqualitäten. Leuchtende Aufschwünge paaren sich mit Orgeltiefen. Dennoch ist Carlo Colombaras Prior Balthazar der Einzige, der wirklich exakt deklamiert: eine Stimmautorität mit Boris-Christoff-Bass. Roberto Servile fiel dagegen mit zu stumpfem und auch nicht hinreichend differenzierendem Bariton ab.
Am Pult, erstmals auf dem Belcanto-Terrain, Marc Minkowski: eine dramatisch hochgeputschte, mitunter fast schon überstürzte Wiedergabe, die vor allem das Drängende, die glühenden Emotionen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vor fünfundzwanzig Jahren von der Dirigentin Anne Randine Øverby auf privater Basis gegründet, ist die Vest Norges Opera in Bergen nach der Norske Opera in Oslo das zweite Opernhaus Norwegens, doch muss sie mit drei Prozent des dortigen Budgets auskommen. Seit einigen Jahren beteiligt sich der Staat mit zweihunderttausend Euro, die Stadt mit...
Gedanken, Traum, Realität: Wo hört das eine auf, fängt das andere an? Fragen, die Covent Gardens neue Produktion von «Eugen Onegin» stellt, wenn sie Tatjana aus der unschuldigen Landschaft ihrer Jugend in die luxuriöse Raffinesse von St. Petersburg begleitet. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind miteinander verwoben im romantischen Wunsch nach Erfüllung.
Diese...
Im vergangenen September, angesichts von Peter Konwitschnys szenischer Interpretation des «Eugen Onegin» in Bratislava, hatte ein aus Wien angereister Zuschauer neben mir noch gegreint: «Jetzt kann man hier auch nicht mehr hinfahren.» Sollte der Mann dennoch einen weiteren Versuch gewagt haben, etwa zur «Turandot», dürfte Joszef Bednáriks Inszenierung ihm ein...
