Kalafs Halluzination?

Bratislava, Puccini: Turandot

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Im vergangenen September, angesichts von Peter Konwitschnys szenischer Interpretation des «Eugen Onegin» in Bratislava, hatte ein aus Wien angereister Zuschauer neben mir noch gegreint: «Jetzt kann man hier auch nicht mehr hinfahren.» Sollte der Mann dennoch einen weiteren Versuch gewagt haben, etwa zur «Tu­ran­dot», dürfte Joszef Bednáriks Inszenierung ihm ein glückliches Lächeln ins Gesicht gezaubert haben: keine Dekonstruktion, keine Herausforderung hinsichtlich ungewohnter kontroverser Gedanken. Stattdessen die erwartete Opulenz, Chinoiserien en gros.


Freilich wäre der Vorwurf, der Regisseur habe bloß die kulinarische Außenhaut des Stücks bedient, nicht ganz gerecht. Bednárik würfelt, wenn man so will, postmodern mit vielfältigen theatralischen Aspekten, paraphrasiert den Urahn des Stücks, Gozzis Commedia-dell’-arte-Märchen, durch Schattenspiele, bricht die lineare Handlung durch eine wie ein Running Gag durchs Stück eilende Tänzerin, die quasi die utopischen Fantasien der Protagonisten verkörpert. Am Bühnenportal findet sich von Beginn an eine Art Miniaturschatzkammer, darin eine tanzende Puppe aus Gold. Turandot selbst erscheint später in einer größeren Ver­sion dieser ...

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Opernwelt Mai 2006
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Gerhard Persché

Vergriffen
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