Auf Nachhaltigkeit angelegt
Mitte März: Spätabends schleicht eine Gruppe junger Menschen durch die Luther-Stadt Wittenberg, bepackt mit Beuteln und Taschen, und lässt in jeden verfügbaren Briefkasten ein Stück Papier hinabtauchen. Wer sich am nächsten Morgen dieses Stück Papier zu Gemüte führte, dürfte einigermaßen überrascht gewesen sein. Nicht etwa ein Werbezettel, sondern ein Flyer anderer Art war’s: eine Einladung zu Humperdincks Märchenoper «Hänsel und Gretel». Oper? Ja, Oper. Musiktheater. Eine der ältesten bürgerlichen Kunstgattungen. In Wittenberg eigentlich abgeschafft.
Nun aber wieder da, wie Phönix: Mitteldeutsche Kammeroper Wittenberg heißt die gleichermaßen kunstsinnige wie soziokulturell wertvolle Unternehmung, die sich hinter der Neugründung verbirgt. Hohes Ziel des als gemeinnütziger Verein eingetragenen Opernensembles ist es, die Musiktheaterkultur in der seit Schließung des Mitteldeutschen Landestheaters Wittenberg 2002 diesbezüglich blindfleckigen Gegend erneut zu beleben. Oder, wie es einer der beiden künstlerischen Leiter, Regisseur Benjamin Sahler, ausdrückt: das Bewusstsein zu wecken dafür, dass Kultur in einer Stadt wie Wittenberg unabdingbar ist.
Einfach war die Unternehmung nicht. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Im Fall der traditionellen chinesischen Oper (xiqu) lässt sich von einem Gesamtkunstwerk der performativen Künste sprechen. Schamanistische Praktiken, Tänze, Jahrtausende alte Ringkämpfe und Hochstemmwettbewerbe, Schwertschlucker und Zauberer aus dem Römischen Reich, die über die Seidenstraße ins «Reich der Mitte» gereist waren, oder Bambusstamm-Equilibristen aus...
Herr Mortier, nach einer Spielzeit der Reprisen – eine Art Mortier-Werkschau mit Errungenschaften aus Salzburg und der RuhrTriennale – haben Sie im zweiten Jahr für Paris andere Akzente gesetzt. Welche programmatischen Überlegungen stehen hinter der Auswahl der Stücke und Regisseure?
Die erste Spielzeit war in erster Linie eine artisanale (handwerkliche) Spielzeit....
Welcher Opernfreund wäre nicht gern bei den Uraufführungen von Verdis «Otello» und «Falstaff» dabei gewesen? Aufnahmen mit Francesco Tamagno, Victor Maurel und Edoardo Garbin geben uns eine Vorstellung davon, wie damals gesungen wurde. Jetzt hat Preiser den ersten Lodovico und den ersten Pistola auf einer CD vereint: die Bassisten Francesco Navarini (1855-1923)...
