Himmel und Hölle

Melitta Muszely über ihr Glück in Hamburg, Schwerstarbeit in Ost-Berlin und ihre Hassliebe zu Wien

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Man könnte sie als eine Ikone des «Musiktheaters» bezeichnen: Als 1961 der Bremer Schünemann-Verlag den be­rühmt gewordenen Band dieses Titels herausgab, entschieden sich dessen Verfasser, Siegfried Melchinger und Walter Felsenstein, für ein Titelbild mit dem Foto von Melitta Muszely als Violetta. Und unterstrichen damit die Bedeutung, die von dieser Sängerin für die Arbeit des Regisseurs und die Entwicklung seines realistischen Musiktheaters ausgegangen war.


Melitta Muszely ist eine waschechte Wienerin, trotz eines aus dem Ungarischen stammenden Großvaters; daher der für manche, vor allem im nicht deutschsprachigen Bereich, schwer zu artikulierende Name. Aber geboren (Jahrgang 1927) und aufgewachsen ist sie in Wien, und in Wien konnte sie ihre von Kindheit an vorhandene Opern­begeisterung natürlich in idealer Weise pflegen. Etwa ab dem zwölften Lebensjahr verbrachte sie nahezu jeden Abend in der Staatsoper, «Stehplatz vierte Galerie rechts, da wo auch Eberhard Wächter war und Hubert Deutsch, der spätere langjährige Chef des Wiener Betriebsbüros. Wir erlebten alles, was in der Opernwelt damals Rang und Namen hatte: Den ‹Ring› von Furtwängler, von Knappertsbusch, von Moralt. Dazu ...

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Opernwelt Mai 2006
Rubrik: Retrospektive, Seite 68
von Gerhart Asche

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