Strauss: Arabella

Regensburg

Opernwelt - Logo

Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
Hausherr Ernö Weil sieht als Regisseur im Werk das Porträt einer zerbrechenden Gesellschaft und siedelt das Gesche­hen – Intentionen Hofmannsthals folgend – daher direkt vor dem Ersten Welt­krieg an.

Das Publikum soll teilhaben am Zusammenbruch der k. u. k.-Monarchie, wo Menschen wie die Waldners völlig unvorbereitet in die Katastrophe stolpern. Mühsam aufrechterhaltene gräf­liche Atmosphäre lebt noch in den Prachtkos­tümen von Reinhard Heinrich, fahle Tris­tesse zeigt hingegen die Bühne von Konrad Kulke, der mit einigen Requisiten ein schmuckloses Hotelzimmer andeutet, dessen Boden mit einem verblichenen Gemälde aufgewertet wird, das sich vage im schräg aufgehängten Plafond spiegelt. Das nüchterne Hotelfoyer des dritten Akts, in das die gemischte Fiakerball-­Gesellschaft einbricht, deutet an, wo diese wirklich steht – am ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 50
von Gerhard Heldt

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Da fließt es schwarz»

Luigi Cherubinis Vertonung der finsters­ten aller griechischen Tragödien markiert einen Wendepunkt der Opern­geschichte. Mit diesem 1797 in Paris ­uraufgeführten Werk des seit 1786 in Frankreich lebenden Cherubini kommt die von Gluck begonnene Verschmelzung der italienischen Opera seria mit der französischen Tragédie lyrique zum Abschluss und treibt zugleich weit...

Tatjanas Traum

Gedanken, Traum, Realität: Wo hört das eine auf, fängt das andere an? Fragen, die Covent Gardens neue Produktion von «Eugen Onegin» stellt, wenn sie Tatjana aus der unschuldigen Landschaft ihrer Jugend in die luxuriöse Raffinesse von St. Petersburg begleitet. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind miteinander verwoben im romantischen Wunsch nach Erfüllung.
Diese...

Man spielt nicht mit dem Glück

Eine thematisch komplexe, auch komplizierte Geschichte ist es schon, die Alexander Zemlinsky im «König Kandaules» nach André Gides Drama «Le Roi Candaule» (1899) erzählt: Der König, vom Drang getrieben, sein Glück mitzuteilen, ja es mit anderen zu teilen, überlässt schließlich sogar seine geheimnisvoll-schöne Frau dem Freund für eine Liebesnacht. Bei Gide sagt er...