Editorial
Die Dichte an Opernhäusern in Deutschland ist nach wie vor einzigartig. Wer in Amerika oder Japan, in Skandinavien oder Italien mit Theaterleitern spricht, wird überall auf ähnliche Reaktionen stoßen: so viele Häuser, so viele Eigenproduktionen, so viel Tradition, so viele Profile – was für ein Potenzial, was für ein Reichtum an kultureller Grundversorgung. Wie zukunftsfähig ist dieses System? Die Frage stellt sich besonders dringlich in den neuen Bundesländern. Nicht jedes Modell, das in den Überlebenskämpfen der Nachwendezeit helfen sollte, hat sich bewährt.
Fusion als Zauberwort zieht nur noch selten. Die meisten Städte und Kommunen haben erkannt, dass nur ein eigenständiges Theater ihrer Identität zugute kommt. Trotzdem klaffen Lücken in den Haushalten. Und wenn die, wie im Falle Rostocks, bedrohlich werden, denkt man eben doch über Zusammenlegungen nach. Dann steht ein komplettes Opernensemble schnell zur Disposition.
Auch Thüringen ist für solche Fragen ein gutes Beispiel. Zwischen Altenburg und Eisenach fand in den letzten Wochen ein Premierenfeuerwerk statt: Schlüsselwerke, die seit zwei- bzw. einhundert Jahren nicht mehr gespielt wurden, historische Schlaglichter, junge ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vor fünfundzwanzig Jahren von der Dirigentin Anne Randine Øverby auf privater Basis gegründet, ist die Vest Norges Opera in Bergen nach der Norske Opera in Oslo das zweite Opernhaus Norwegens, doch muss sie mit drei Prozent des dortigen Budgets auskommen. Seit einigen Jahren beteiligt sich der Staat mit zweihunderttausend Euro, die Stadt mit...
Hamburgs neue Opernintendantin und Generalmusikdirektorin Simone Young plant für die nächsten Jahre einen umfassenderen Britten-Zyklus für ihr Haus. Sie darf dabei auf die gute Britten-Tradition der Hamburger Oper verweisen, die einst mit Günther Rennert begann. Nachdem es längere Zeit einmal um das Opernschaffen des Komponisten etwas ruhiger geworden war,...
Sie haben sich persönlich gekannt und in gewisser Weise geschätzt, aber in künstlerischer Hinsicht können sie als Antipoden gelten: Alfredo Catalani, der letzte Romantiker der italienischen Oper, und Pietro Mascagni, der «Erfinder» des musikalischen Verismo. Catalani starb, nachdem er mit «La Wally» (1892) im Opernbetrieb endlich Fuß gefasst hatte. Mascagni, der...
