Die Hoffnung stirbt zuletzt
Die neue Mitte. Eine schöne Werbeformel, mit der die Kommune Nordhausen hofft, ihr graues Image ein wenig aufzuhellen. Geografisch trifft sie fraglos zu: Während der vierzig Teilungsjahre an die Peripherie der verblichenen DDR gedrängt, liegt die Stadt nun wieder im Herzen Deutschlands. Wirtschaftlich und demografisch indes kann von einem Platz in solider Mittellage kaum die Rede sein.
Die von den DDR-Planern ausgebaute Schwerindustrie existiert nicht mehr, die ehemalige VEB-Zigarettenproduktion wurde stillgelegt, auch in der Holz-, Textil- und Lebensmittelbranche mussten viele Traditionsbetriebe schließen. Die amtliche Arbeitslosenquote hat sich bei rund zwanzig Prozent eingependelt, viele junge Menschen wandern ab. Vierundvierzigtausend Einwohner leben in der Stadt am Südrand des Harzes, Tendenz rückläufig.
Vorbei scheinen die Tage, als eine stolze Bürgerschaft mit Geist und Geld auch in der Provinz für Institute kultureller Bildung sorgte, in denen sie nicht nur repräsentative Symbole ihrer Prosperität sah, sondern auch Foren der sozialen und ästhetischen Verständigung. Vor allem das Theater zeugt von jenem gründerzeitlichen Engagement zugunsten der communitas: ein ...
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