Jahrmarkt der Beliebigkeiten
Unübersichtlich fast wie die Berlinale, bunter als die Internationale Tourismusbörse: So erwirtschaftete sich «MaerzMusik», das «Festival für aktuelle Musik», in fünf Jahren einen Stammplatz in der Berliner Festivallandschaft. Die Konzepte scheinen beliebig. Doch gerade das wirkt in der verknöcherten Neuen Musik fast als Befreiungsschlag. Die Auslastung stimmt, im Aufwind der Berliner Festspiele wurden diesmal sogar Wartelisten geführt und Extratermine erwogen. Das alles mit einem Musiktheater-Schwerpunkt, wie es ihn ausgeprägter hier noch nie gab.
Ist die Oper Zukunftsland einer in tausend Uraufführungsinselchen zersprengten Neuen Musikwelt?
Was Festival-Leiter Matthias Osterwold unter dem Thema «Japan und der Westen» an Blumen zusammenband, war freilich noch kein Wunderwerk des Ikebana. Nach einer präludierenden konzertanten Aufführung von Kaija Saariahos «L’Amour de loin» unter Kent Nagano fuhr man mit Cong Sus «Welt im Quecksilberlicht» (auf ein Libretto des Chefs der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm) sogleich tief in den Keller harmlosester Blumenzwiebelkunde: Bewusstlos wird ein Mann auf einer Berliner Straße gefunden. Er hat seine Identität verloren und will ...
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Luigi Cherubinis Vertonung der finstersten aller griechischen Tragödien markiert einen Wendepunkt der Operngeschichte. Mit diesem 1797 in Paris uraufgeführten Werk des seit 1786 in Frankreich lebenden Cherubini kommt die von Gluck begonnene Verschmelzung der italienischen Opera seria mit der französischen Tragédie lyrique zum Abschluss und treibt zugleich weit...
Sie haben sich persönlich gekannt und in gewisser Weise geschätzt, aber in künstlerischer Hinsicht können sie als Antipoden gelten: Alfredo Catalani, der letzte Romantiker der italienischen Oper, und Pietro Mascagni, der «Erfinder» des musikalischen Verismo. Catalani starb, nachdem er mit «La Wally» (1892) im Opernbetrieb endlich Fuß gefasst hatte. Mascagni, der...
Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
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