Jahrmarkt der Beliebigkeiten
Unübersichtlich fast wie die Berlinale, bunter als die Internationale Tourismusbörse: So erwirtschaftete sich «MaerzMusik», das «Festival für aktuelle Musik», in fünf Jahren einen Stammplatz in der Berliner Festivallandschaft. Die Konzepte scheinen beliebig. Doch gerade das wirkt in der verknöcherten Neuen Musik fast als Befreiungsschlag. Die Auslastung stimmt, im Aufwind der Berliner Festspiele wurden diesmal sogar Wartelisten geführt und Extratermine erwogen. Das alles mit einem Musiktheater-Schwerpunkt, wie es ihn ausgeprägter hier noch nie gab.
Ist die Oper Zukunftsland einer in tausend Uraufführungsinselchen zersprengten Neuen Musikwelt?
Was Festival-Leiter Matthias Osterwold unter dem Thema «Japan und der Westen» an Blumen zusammenband, war freilich noch kein Wunderwerk des Ikebana. Nach einer präludierenden konzertanten Aufführung von Kaija Saariahos «L’Amour de loin» unter Kent Nagano fuhr man mit Cong Sus «Welt im Quecksilberlicht» (auf ein Libretto des Chefs der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm) sogleich tief in den Keller harmlosester Blumenzwiebelkunde: Bewusstlos wird ein Mann auf einer Berliner Straße gefunden. Er hat seine Identität verloren und will ...
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Herr Mortier, nach einer Spielzeit der Reprisen – eine Art Mortier-Werkschau mit Errungenschaften aus Salzburg und der RuhrTriennale – haben Sie im zweiten Jahr für Paris andere Akzente gesetzt. Welche programmatischen Überlegungen stehen hinter der Auswahl der Stücke und Regisseure?
Die erste Spielzeit war in erster Linie eine artisanale (handwerkliche) Spielzeit....
Ein Jammer, dass Stephan Suschke nicht Katharina Wagner heißt. Denn dann wäre seine Neuinszenierung der selten gespielten Oper «Das Herz» von Hans Pfitzner im Mainfrankentheater vermutlich auf jene überregionale Resonanz gestoßen, die sie verdient hätte: Die Großkritiker, die zum Regiedebüt der Wagner-Urenkelin 2002 noch alle kamen, sind ausgeblieben. Aber auch...
Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
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