Jahrmarkt der Beliebigkeiten

Das Berliner «MaerzMusik»-Festival schaute in diesem Jahr nach Fernost

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Unübersichtlich fast wie die Berlinale, bunter als die Internationale Tourismusbörse: So erwirtschaftete sich «MaerzMusik», das «Festival für aktuelle Musik», in fünf Jahren einen Stammplatz in der Berliner Festivallandschaft. Die Konzepte scheinen beliebig. Doch gerade das wirkt in der verknöcherten Neuen Musik fast als Befreiungsschlag. Die Auslastung stimmt, im Aufwind der Berliner Festspiele wurden diesmal sogar Warte­lis­ten geführt und Extratermine erwogen. Das alles mit einem Musiktheater-Schwerpunkt, wie es ihn ausgeprägter hier noch nie gab.

Ist die Oper Zukunftsland einer in tausend Uraufführungs­inselchen zersprengten Neuen Musikwelt?
Was Festival-Leiter Matthias Os­­ter­wold unter dem Thema «Japan und der Westen» an Blumen zusammenband, war freilich noch kein Wunderwerk des Ikebana. Nach einer präludierenden kon­zertanten Aufführung von Kaija Saariahos «L’Amour de loin» unter Kent Nagano fuhr man mit Cong Sus «Welt im Quecksilberlicht» (auf ein Libretto des Chefs der Berliner Opernstiftung, Michael Schindhelm) sogleich tief in den Keller harmlosester Blumenzwiebelkunde: Bewusstlos wird ein Mann auf einer Ber­liner Straße gefunden. Er hat seine Identität verloren und will ...

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Opernwelt Mai 2006
Rubrik: Magazin, Seite 25
von Kai Luehrs-Kaiser

Vergriffen
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