Psychologie im Paradies

Rudi Stephans «Die ersten Menschen» als Konzert­mitschnitt bei cpo

Opernwelt - Logo

In Worms in der Von-Steuben-Straße befindet sich die ehemalige Großherzogliche Lateinschule, die heute den Namen «Rudi-Stephan-Gymnasium» trägt – benannt nach einem Komponisten, der sein junges Leben im Ersten Weltkrieg lassen musste und daher von der Nachwelt meist unbeachtet blieb. 1909, im Alter von gerade einmal zweiundzwanzig Jahren, begann Rudi Stephan die Arbeit an seinem Hauptwerk, der Oper «Die ersten Menschen», mit deren Fertigstellung er sich bis 1914 Zeit ließ.

Der damalige Leiter der Frankfurter Oper, Ludwig Rottenberg, der bereits Schrekers «Der ferne Klang» und «Das Spielwerk und die Prinzessin» herausgebracht hatte, legte als Uraufführungstermin den Winter 1915 fest, nicht ahnend, dass der Komponist dann schon nicht mehr am Leben sein würde. Die Premiere fand tatsächlich in Frankfurt statt, allerdings erst im Jahr 1920. Dass die Oper in den Folgejahren einigermaßen oft gespielt wurde, hing vor allem mit der von Karl Holl besorgten Umarbeitung zusammen, genauer: einer saftigen Kürzung um ein Drittel. Erst John Dew brachte 1988 in Bielefeld «Die ersten Menschen» wieder in ihrer eigentlichen Gestalt auf die Bühne.
Zehn Jahre später, im November 1998, führten das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2006
Rubrik: CDs, Seite 53
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Patchwork

Ein Handlungsreisender in Sachen Rache. Hamlet schleppt Koffer, blickt unsicher umher: Wo bin ich hier? Das fragt sich nicht nur er, sondern wohl auch ein Groß­teil der Zuschauer bei dieser ersten «Hamlet»-Aufführung in der Geschichte der Rheinoper. Ursprünglich sollte die Premiere bereits im neuen Einjahres-Ausweichquartier, im RheinOperMobil, stattfinden, doch...

Telemann: Don Quichotte

Die Tiere sind putzig. Kuschelige Kunstgebilde, süße Stoffwesen, inspirierende Installationssubjekte. Sancho Pansa schleppt seinen «Grauen», wie er den Esel liebevoll nennt, der ihn mehr liebt als die eigene Ehefrau (und vice versa), mit einem Tau auf die Bühne. Es folgt die Grande Dame der Pferdewelt, Rosi­nante, treue Gefährtin Don Quichottes, des edlen...

Spitzentöne aus der Pappkulisse

Das Internet spricht eine deutliche Sprache. Wer sich ein paar Tage nach dem Tod von Birgit Nilsson und Anna Moffo etwa auf der Seite www.youtube.com einklickte, der fand dort nicht nur wunderbare Videoclips diverser lange verstummter Belcanto-Größen von Ettore Bastianini bis Zinka Milanov, sondern ebenso von trauernden Fans frisch hi­nein­gestellte TV-Ausschnitte...