Theater heute Dezember 2005
Foyer
Wie im Western
Das Bremer Theater wäre fast in die Insolvenz gerutscht: eine unglaubliche Geschichte und ein Gepräch mit Generalintendant Klaus Pierwoß
Aufführungen
Die Optionsbürger-Schlampe
Reifer Materialismus in der Schaubühne: Thomas Ostermeier inszeniert Ibsens «Hedda Gabler»
Die Boten! Die Botschaft?
Elmar Goerden eröffnet seine Intendanz am Schauspielhaus Bochum
Auf die Plätze, fertig, los!
Am Schauspiel Essen startet Anselm Weber eine Verjüngungskur
Aufgewacht in Ruinen
Neustart in Heidelberg: Peter Spuhler will ein Theater beleben, dem es schlechter geht, als der Ruf es zulässt
Ausland Israel
Hauptsache überleben
Israel und seine Dramatik: Bericht aus einem enthusiastischen Theaterland, in dem die Bühne als Gefühlsventil und Konfliktbarometer dient
Serie Theatergeschichte
Zurück auf Anfang
Er war ein Star im Theater der Weimarer Republik, Erfinder des politischen Dokumentartheaters und der Simultanbühne: Erwin Piscator. Mit den Nazis wollte er nichts zu tun haben, er ging, erst nach Russland, dann nach Amerika, wo er zum zweiten Mal Karriere machte. Sollte er zurückkehren ins Nachkriegsdeutschland? Man schien ihn nicht zu wollen. 1951 vertrieb ihn McCarthys Kommunistenhatz aus den USA.
Zurück in die Heimat – der Beginn eines mühsamen Weges durch die Provinz, der elf Jahre dauern sollte.
Chronik
Nette Nachbarn
Henry Adams «The People Next Door»
Sog ins Bodenlose
Jon Fosse «Heiß»
Der Hamlet von Ostwestfalen
Nuran Calis «Dogland»
Hinter der Jalousie
O’Neill «Trauer muss Elektra tragen»
Aus zweiter Hand
Lenz «Der Hofmeister»
Dritte deutsche Welt
Jörg Giese/Esther Steinbrecher «Auswärtiges Amt»
Versuche in Weltverbesserung
Loher/Kriegenburg/Simonetti «Quixote in der Stadt», Hans Henny Jahnn «Die Krönung Richards III.»
Marke Neureich
Tim Staffel nach Shakespeare «Richard III.»
Danke für das neue Denken
Hans Christian Andersen «Der Mulatte»
Pappnasenleben
Molière «Der Geizige»
Logik der Spieltheorie
Corneille «Othon»
Neue Stücke
Wörter ohne See
Bunt ist die Themenvielfalt der neuen Stücke, mit denen die Saison begonnen hat: In Wien und Graz ist der Sprachmusiker Gert Jonke mit einem neuen und einem neu-alten Stück zu sehen, Franzobel zeigt den Messias als Couch Potatoe, Johannes Schrettle verpoppt Heiner Müller zum Trashtheater, und Marlene Streeruwitz dramatisiert ihren Lifestyle-Roman «Jessica, 30.». Die Münchner Kammerspiele machen sich dreifach um neuere Dramatik verdient, mit einem Kathrin-Röggla-Nachspiel aus der Schuldenfalle, dem neuesten René Pollesch aus der neoliberalen Kampfzone und Feridun Zaimoglus «Lulu»-Variante aus dem Chatroom. Davon und von neuen Stücken in Halle, Dresden, Hamburg und Freiburg auf den nächsten Seiten.
Lob der Verschwendung
Die Münchner Kammerspiele starten mit dreifachem Einsatz in die neue Spielzeit
Jammer und Fernweh
Oliver Schmaerings «Seefahrerstück», uraufgeführt in Halle
Lied der Dienstpistole
Katharina Gerickes «Vom Fluss» in Dresden
Das glückliche Paar
Jan Neumanns «Liebesruh» im Hamburger Thalia in der Gaußstraße
Die mit dem Ruhm hadern
Hommage an Kurt: Christian von Treskow inszeniert Felicia Zellers «Einfach nur Erfolg» in Freiburg
Das Stück
Plonter
(Stückabdruck)
Daten
Medien/TV
Erobern, nicht bedienen
Die wirklich interessanten Innovationen finden heute im Fernsehen statt: über den amerikanischen Serienhype und seine deutschen Kopien
Wadenbisse ins Leere
Sorgen, die man gerne hätte: die Oscar-Wilde-Verfilmung «A Good Woman – Sommer in Amalfi» mit Helen Hunt und Scarlett Johannsson
Verabredung zum Dreh
«Große Geste auf halb vier» – Tjark Ihmels Filmexperiment aus dem Mainzer Central Hotel Eden im Internet
Langeweile und Ekstase
Hörporno und andere Features beim Prix Europa 2005
Antibibel gegen alles
Das Höchste und Widerwärtigste zugleich: Thomas Holtzmanns klassische Lesung des Bernhard-Romans «Alte Meister» ist endlich als Hörbuch erschienen
Magazin
Fliegen lernen
Das ehemalige Berliner Jugendtheater «Carrousel» heißt jetzt «Theater an der Parkaue» und will erwachsen sein
Der optimistische Nein-Sager
Zum Tod des ungarischen Dramatikers István Eörsi
Koma im Westen
«Fran’s Bed», eine New Yorker Arbeit von James Lapine, nimmt mit Mia Farrow im Bett die Real-Life-Soap von Terri Schiavo ins Visier