Notizen
Schule der Hysterie
Das Scheitern künstlerischer Ehen ist nichts Ungewöhnliches, vor allem wenn sich die Partner nie besonders innig verstanden haben. Als vor fünf Jahren Thomas Ostermeier in die Schaubühne einzog und das Tanztheater von Sasha Waltz dazu stieß, ging es weder um künstlerische Genreüberschreitung noch um gemeinsame Projekte, sondern um eine Vorteilsgemeinschaft: Angebotserweiterung und wechselseitige Szene-Erschließung. Jetzt sucht sich die Waltz-Company ihren Vorteil woanders, unter Mitnahme von 600.000 Euro aus dem Schaubühnen-Etat. Davon hat sie allerdings 383.
500 Euro an jährlichen Eigenmitteln in die Ehe mit eingebracht, und für die restlichen 216.500 Euro bietet sie dem Haus am Lehniner Platz 20 Vorstellungen, deren Einnahmen am Ort verbleiben. Jürgen Schitthelm und Thomas Ostermeier meinen nun, unter so reduzierten Zuschüssen (auf 11,7 Millionen) ab 2007 ihren Betrieb einstellen zu müssen. Ist das die soziale Realität, nach der Ostermeier mit neuen Stücken und Inszenierungen angeblich sucht?
Personen
Julia Lochte, derzeit am Theater Basel, wird ab der Spielzeit 2006/07 Nachfolgerin von Barbara Mundel als Chefdramaturgin der Münchner Kammerspiele.
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Jan Neumann...
