Logik der Spieltheorie
Das Spiel der Macht ist ohne Zweifel ein Schachspiel. Man wechselt Position und Richtung, wenn es die Situation erfordert. Setzt auf Figuren, um sie im nächsten Moment der Taktik zu opfern. Und hofft, dass am Schluss die eigene Strategie aufgeht.
Im Sinne einer solchen Spielanleitung hat Frank-Patrick Steckel «Othon» von Pierre Corneille verstanden und die selten gespielte Römertragödie in Mainz als streng organisiertes Brettspiel inszeniert.
Die Bauern, Türme, Könige und Damen dafür stellt die Vorlage: Othon, ein römischer Senator, will sich am Hof des greisen Kaisers Galba für dessen Nachfolge empfehlen. Zunächst hofft er als zukünftiger Schwiegersohn des einflussreichen Konsul Vinius auf eine gute Ausgangssituation. Doch schnell wird klar, der Weg zur Macht führt über Galbas Nichte Camilla, die der Kaiser zur Sicherung der Dynastie mit dem Mann seiner Wahl verheiraten will. Angetrieben von Herrschaftsinteressen, Rivalitäten und privater Vorteilssuche setzt sich so ein Karussell in Gang, in dessen Mittelpunkt Othon schließlich mehr als Gelenkter denn als Lenker erscheint.
Sabine Böing hat eine schlichte Bühne mit schachbrettartigem Bodenmuster entworfen. Im hohen leeren ...
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Der Weg durch das neue Museum von Yad Vashem führt in einem Berg durch ein tiefes Tal. Der Architekt Moshe Safdie hat das im Querschnitt dreieckige Gebäude tatsächlich wie einen Keil in den Har Hasikaron (Berg des Gedenkens) gebaut, und die Zickzackstrecke, die man von der Machtergreifung Hitlers bis zur Ankunft der Überlebenden in Eretz Israel zurücklegt, hat...
Es hätte so schön werden können, und so gut war es gemeint: Theater für die ganze Familie! Mit A-Schauspielern, einem A-Regisseur, einer A-Autorin! Musik! Ein Klassiker, 400 Jahre alt! Und eine frohe Botschaft: Lebe deine Träume! Die Weihnachtszeit ist ja auch nicht mehr fern, nur noch ein Vierteljahr, und in den Supermärkten liegen schon die Lebkuchen.
Dass sich...
Stafettenwechsel nun auch in Halle. Auf etwas ruppige Weise waren die Honoratioren der Stadt und Peter Sodann letztendlich auseinander geraten. Sodann, der aus einem verrotteten Kino über Jahrzehnte hinweg mit Fantasie und Zähigkeit ein blitzblankes Kleinod gezaubert hatte (vgl. TH 2/2003), wollte sich von «seiner» Kulturinsel nicht trennen, die Stadt ihrerseits...
