Verabredung zum Dreh
Den Film von den Fesseln seiner jeweiligen Konventionen zu befreien, das gehört zur Geschichte dieser Kunst im Zusammenspiel mit technischen Neuerungen. Die Schritte zum Tonfilm und wenig später zum Farbfilm waren bahnbrechend. Nicht weniger die Computerisierung von Special Effects und nachfolgend ganzer Aufnahme- und Bildbearbeitungsverfahren seit Ende der achtziger Jahre.
Hypertext war vor rund zehn Jahren das Zauberwort, mit dem die Literatur im Computer bzw.
Netz von der Eindimensionalität eines vom Anfang zum Ende gerichteten Lesens befreit werden sollte, und selbst gestandene Schriftsteller waren begeistert, sich durch vage konstruierte Geschichten in der schier unendlichen Kombination ihrer Einzelteile zu klicken. Für den Film, dessen bewegte Bilder damals noch nicht in ansprechender Qualität verarbeitet werden konnten, wurde im Internet nichts weniger als eine Revolution erhofft: der Zuschauer als Regisseur einer Geschichte, die er allmählich erst herstellt, indem er sie erfindet, oder zumindest eine Version, die ihm Sinn und Freude bedeutet.
Diese Revolution hat nicht stattgefunden. Zwar gab es eigens für das Netz entwickelte Multimedia-Projekte wie «Waxweb» (1994) des ...
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Heimat steht nicht hoch im Kurs im ach so progressiven deutschen Theater. Was soll man da mit einem Stück anfangen, das den Mittelteil einer «Heimattrilogie» stellt, wie «Dogland» von Nuran David Calis? Wie schon bei seinem Erstling «Dog eat Dog», der vor zwei Jahren am Thalia-Theater uraufgeführt wurde, ist der Ort der Handlung die Bielefelder Plattenbausiedlung...
Es gibt da diese eine These, die man im letzten Jahr mehr und mehr hörte, sobald die Rede auf Fernsehen und Kino, auf Stars und TV-Sternchen kam. Das Fernsehen sei mittlerweile interessanter, wenn nicht gar «besser» als das Kino. Noch hat diese These mehr den Status eines Gerüchts; man hört das immer wieder, aber man weiß nicht so recht, ob es nun wirklich stimmt....
Wenn er hereinkam, der kleine, stämmige Mann mit dem wie poliert glänzenden Schädel im schütter gewordenen Haarkranz, den wach strahlenden Augen, dem kindlichen Lebenslust-Lächeln – dann wurde einem wohl ums Herz. Schwer, schmerzhaft zu denken, dass er jetzt tot ist. Aber sein Beispiel bleibt, das eines politischen Schriftstellers, Selbstdenkers.
István Eörsi,...
