Langeweile und Ekstase
Anders als das Fernsehen macht das Radiohören beim Prix Europa ein Geräusch: Es ist das kollektive Blättern, wenn das Publikum gemeinsam die Manuskriptseiten umwendet, um einem lettischen oder georgischen, einem französischen oder russischen Hörspiel zu folgen. Was sich nicht hörend erschließt, dem spürt man auf den Doppelseiten in Originalsprache und englischer Übersetzung nach. Man versucht, der Handlung zu folgen oder zumindest den Sounds, wenn sie denn detailgenau transkribiert worden sind.
Das kann spätestens dann problematisch werden, wenn die Originalsprache ein eigenes Alphabet hat, wie das Griechische, das Kyrillische oder das Georgische.
Dieses Jahr hatten die Teilnehmer an der Hörspielsektion des Prix Europa, die sich vom 15. bis 22. Oktober im Berliner Haus des Rundfunks des RBB trafen, wenig Probleme, den 42 Einreichungen zu folgen. Denn die meisten Stücke waren so konventionell gebaut, dass die täglichen Diskussionen mehr einem Workshop für szenisches Schreiben glichen als einer Auseinandersetzung über die radiophonen Möglichkeiten des Hörspiels. Denn im Unterschied zu anderen Wettbewerben sind beim Prix Europa die Macher selbst die Jury. Täglich diskutieren ...
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Jan Neumann...
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