Lob der Verschwendung
Man mag Mottos mögen oder nicht, die Münchner Kammerspiele haben sich für die neue Saison jedenfalls nicht irgendein wohlfeiles Klassikerzitat als Wahlspruch angeheftet, sondern gleich ein Gebot von beinahe biblischem Format aufgestellt: «Du sollst nicht sparen» prangt da mit goldenen Lettern auf dem Titel des Spielzeithefts, und als dekorativer Hintergrund dienen die schicken weißen Waben der neuen Allianz-Arena samt Namenszug des Sponsors (wofür es aber, laut Aussage des Hauses, keinerlei finanziellen Transfer gegeben haben soll).
Angesichts wild um sich sparender Politiker und manchmal fast schon vorauseilender Sparbeflissenheit seitens der Kultureinrichtungen, kann solch ein offensives Gegenwort gewiss nur gut tun – selbst wenn dabei, immerhin haben wir es hier mit einem der reichsten Schauspielhäuser der Republik zu tun, für manche auch eine gehörige Portion Koketterie mitschwingen mag. Aber schließlich bedingen sich Notwendigkeit und Verschwendung nirgendwo so unmittelbar wie in der Kunst. Wer sie in erster Linie – und sei es auf dem berühmten Umweg – rentabel machen will, entwertet unweigerlich den eigenen Einsatz. Gewinnen kann nur, wer zunächst einmal bereit ist, sich ...
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Sechs Jahre nach dem Ende des Krieges waren Fritz Kortner, Bertolt Brecht, Wolfgang Langhoff, Berthold Viertel, Ernst Deutsch, Carl Zuckmayer, die bekanntesten von denen, die 1933 ins Exil gegangen waren, längst wieder im Land. Die deutschen Theater spielten volles Programm, viele noch auf Behelfsbühnen – aber der Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser kam in Gang....
Den Film von den Fesseln seiner jeweiligen Konventionen zu befreien, das gehört zur Geschichte dieser Kunst im Zusammenspiel mit technischen Neuerungen. Die Schritte zum Tonfilm und wenig später zum Farbfilm waren bahnbrechend. Nicht weniger die Computerisierung von Special Effects und nachfolgend ganzer Aufnahme- und Bildbearbeitungsverfahren seit Ende der...
Es gibt da diese eine These, die man im letzten Jahr mehr und mehr hörte, sobald die Rede auf Fernsehen und Kino, auf Stars und TV-Sternchen kam. Das Fernsehen sei mittlerweile interessanter, wenn nicht gar «besser» als das Kino. Noch hat diese These mehr den Status eines Gerüchts; man hört das immer wieder, aber man weiß nicht so recht, ob es nun wirklich stimmt....
