Erobern, nicht bedienen
Es gibt da diese eine These, die man im letzten Jahr mehr und mehr hörte, sobald die Rede auf Fernsehen und Kino, auf Stars und TV-Sternchen kam. Das Fernsehen sei mittlerweile interessanter, wenn nicht gar «besser» als das Kino. Noch hat diese These mehr den Status eines Gerüchts; man hört das immer wieder, aber man weiß nicht so recht, ob es nun wirklich stimmt. Auch kommt die Rede von der Überlegenheit des Fernsehens ausgerechnet aus jenem Land, dessen Talk- und Realityshows seit jeher einen denkbar schlechten Ruf haben, den USA.
Und selbst wenn in den USA durch Entwicklungen vor allem im Serien-Bereich das Fernsehen an Renommee hinzugewonnen hat, bedeutet das doch noch lange nicht, dass es im deutschen Fernsehen automatisch genauso wäre.
Zunächst zu den Fakten: Hollywood, also die amerikanische Filmindustrie, verzeichnet in diesem Jahr einen «dramatischen» (wie es immer so heißt) Rückgang der Kinobesucher. Noch sind die Bilanzen nicht abgeschlossen, noch hofft alles auf das große Geschäft mit den Jahresend-Blockbustern und diversen Weihnachtsfilmen, aber die Rede geht von minus 20 Prozent. In den meisten europäischen Filmmärkten, in Italien und Deutschland zum Beispiel, sind ...
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