Wie im Western
Franz Wille Herr Pierwoß, das Bremer Theater ist nur sehr knapp der Insolvenz entgangen. Wie fühlt man sich da als Generalintendant?
Klaus Pierwoß Als passionierter Bootsfahrer sage ich: Wir sind an einer tödlichen Klippe vorbeigeschrammt. Es ist nicht leicht, künstlerischer Leiter eines Unternehmens zu sein, dem das Kainszeichen der Insolvenz auf die Stirn gedrückt wurde. Wie sehr das eine Rolle spielt, merken wir an der Kasse.
Vor einem Jahr ist hier das private, aber öffentlich bezuschusste Ernst-Waldau-Theater pleite gegangen und konnte Abonnementsansprüche nicht mehr erfüllen, so etwas befürchten einige unserer Besucher. Schon gekaufte Karten für die Silvestervorstellungen werden zurückgegeben.
FW Bemerken Sie auch in Verhandlungen mit Regisseuren oder Schauspielern die Angst, dass ihre Verträge in einem oder zwei Jahren nichts mehr gelten?
Pierwoß Bisher glücklicherweise nicht. Mit einer Ausnahme, als ein Regisseur tatsächlich gefragt hat, ob die Absprache noch besteht, bekomme ich nur große Ermunterung zum Standhaftbleiben und Durchhalten.
FW Die Insolvenzgefahr ist entstanden durch ein angebliches Etatloch von 4,7 Millionen Euro. Wie setzt sich das zusammen?
Pierwoß Das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es hätte so schön werden können, und so gut war es gemeint: Theater für die ganze Familie! Mit A-Schauspielern, einem A-Regisseur, einer A-Autorin! Musik! Ein Klassiker, 400 Jahre alt! Und eine frohe Botschaft: Lebe deine Träume! Die Weihnachtszeit ist ja auch nicht mehr fern, nur noch ein Vierteljahr, und in den Supermärkten liegen schon die Lebkuchen.
Dass sich...
Schule der Hysterie
Das Scheitern künstlerischer Ehen ist nichts Ungewöhnliches, vor allem wenn sich die Partner nie besonders innig verstanden haben. Als vor fünf Jahren Thomas Ostermeier in die Schaubühne einzog und das Tanztheater von Sasha Waltz dazu stieß, ging es weder um künstlerische Genreüberschreitung noch um gemeinsame Projekte, sondern um eine...
Das kann jedem passieren: eine einigermaßen glückliche Ehe, kinderlos, deren Teilnehmer sich auch nach vielen Jahren noch gerne ins Gesicht sehen, tanzen gehen, gemeinsam Urlaub machen. Dann bricht Regine plötzlich im Bad zusammen, Schlaganfall, Pflegefall, schlimmster Fall: bewegungsunfähig bis auf die Augenlider, der Rest des Lebens ein Verdämmern.
Jan Neumann...
