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BTR Ausgabe 5 (5/2026)

BTR Ausgabe 5 2026


Foyer

Zerbrochener Zauber free

Zum 80-jährigen Jubiläum wurde bei den Bregenzer Festspielen unter der neuen Intendanz von Lilli Paasikivi zum ersten Mal „La traviata“ von Giuseppe Verdi gezeigt. Insgesamt wollten dieses Jahr rund 275.000 Menschen die Musik und Atmosphäre am Bodensee genießen sowie das 28 Meter hohe skulpturale Bühnenbild, das einem zerbrochenen Spiegel nachempfunden ist


Branche

Fokus 5/26


Produktionen

Mehr Abstraktion als Naturalismus

Ein Spiel finsterer Mächte war in „Der Freischütz“ vom Staatstheater Braunschweig in diesem Sommer auf dem Burgplatz zu erleben, wo seit über 20 Jahren jeden Sommer eine 360-Grad-Arenabühne für die Open-Air-Inszenierungen entsteht. Ein Blick auf das Bühnenbild und die tontechnischen Aspekte

Wenn der Klang dem Bild folgt

Regisseur Damiano Michieletto verlegt die Handlung von „La traviata“ auf der Bregenzer Seebühne in die Welt der 1920er-Jahre und setzt auf große Bilder, Bewegung und glamouröse Ausstattung. Für die Tontechnik ergab sich daraus eine anspruchsvolle Aufgabe: eine weitläufige Spielfläche auf dem See, große Chorszenen, bewegliche Bühnenelemente – und gleichzeitig eine Partitur, deren Wirkung von feinen dynamischen Abstufungen und der unmittelbaren Präsenz der Stimmen lebt

Tanz am Abgrund

Einen fiktionalen Bühnenboden in die Höhe ziehen, um mit dem Absturz zu flirten: Das Kollektiv (La)Horde aus Marseille klotzt und lässt wild tanzen, zuletzt mit „Après moi, le déluge“ auf Kampnagel in Hamburg und bei „Tanz im August“ im Haus der Berliner Festspiele. Ein Plädoyer für die Szenografie

„Humor hilft“

Michela Flück ist nicht nur Bühnen- und Kostümbildnerin, sondern auch Ausstattungsleitung am Schauspielhaus Zürich. Von ihr stammt zum Beispiel das Bühnenbild zu „Il Gattopardo“, das dieses Jahr zum Theatertreffen eingeladen war und in dessen Setting nun auch in der Schiffbauhalle „Die Mausefalle“ von Agatha Christie spielt – ein Gespräch über Herausforderungen und Inspirationsquellen

Neue Erfahrungsräume öffnen

„Every Heart is Built Around a Memory“, inszeniert an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs), verbindet digitales und analoges Theater auf der Bühne. Das Stück wurde in der Kategorie Medien für den deutschen Theaterpreis DER FAUST 2025 nominiert und gewann den Weltenbauer Award 2026 der DTHG im Bereich Innovation. Beteiligte beschreiben die technische Entwicklung und Umsetzung der Inszenierung


Markt

BTR Markt 5/26


Sanierung, Bau, Betrieb

Vom Drama zum „Elphi-Effekt“

Nach 14 Jahren Sanierungszeit luden die Bühnen der Stadt Köln die Bevölkerung zu einem feierlichen Eröffnungswochenende ein. An die 40.000 Menschen strömten herbei, um Opernhaus, Schauspielhaus sowie die neue Kinderoper und das seit 2016 eröffnete Kleine Haus zu entdecken. Wer allerdings noch nicht so richtig mitfeiern wollte, war die Technik

Konstruktion mit Potenzial

Mit Stoff bespannte Holzrahmen sind eine bewährte Bauform auf vielen Bühnen, und das seit Langem. Doch diese konventionelle Bauweise hat auch materialtechnische Grenzen. Unser Autor entwickelte in seiner Forschungsarbeit an der Technischen Universität Dresden, Studienrichtung Leichtbau eine punktuelle Hybridbauweise und untersucht diese auf ihre Stabilität. Sein Fazit: die übliche Bauweise von Theaterwänden besitzt noch erhebliches Entwicklungspotenzial

Kultur braucht Orte

In Solingen wird derzeit diskutiert, das bestehende Theater und Konzerthaus abzureißen, um an diesem Ort eine zentrale Feuerwache zu errichten. Geplant ist, das Theater an anderer Stelle kleiner neu zu bauen. Unser Autor plädiert für den Erhalt des Gebäudes und erläutert, warum Solingen seinen kulturellen Mittelpunkt nicht aufgeben darf

Individuelle Beschallung

Das „Bistro11“ der Bank11 in Neuss ist ein zentraler Treffpunkt für Mitarbeitende, der sowohl für Mittagspausen als auch für Präsentationen, Konferenzen und Feiern genutzt wird. Der Betreiber wünschte sich ein Beschallungssystem, das diesen vielseitigen Anforderungen gerecht wird. AbisZ Medien entwarf daher ein Konzept, das die einzelnen Zonen des Bistros individuell berücksichtigt


Bücher

Bücher BTR 5/26


Ausstellungen

Im Einklang mit den Elementen

Der argentinische Künstler Tomás Saraceno verbindet in der Ausstellung „Verwobene Welten“ im Haus der Kunst in München bildende Kunst, Biowissenschaften, ökologischen Aktivismus und soziales Engagement. Seine interaktiven Installationen und skulpturalen Werke sollen den Dialog zwischen verschiedenen Lebewesen anregen und sind noch bis zum 7. Februar 2027 zu erleben

100 Jahre Bauhaus – Bruch mit der Zeit

Das Bauhaus muss man nicht schön finden. Aber verstehen sollte man es. Gedanken zum Jubiläum des Bauhauses, anlässlich der anhaltenden Debatten um eine „patriotische Wende“, die die AfD auch zum Bestand der Institution führt

An die Substanz

1925 zog das Bauhaus aus politischen und finanziellen Gründen von Weimar nach Dessau. Anlässlich dieses Jubiläums beschäftigen sich an verschiedenen Orten in Dessau mehrere Ausstellungen mit den materiellen, wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen der Gestaltung am Bauhaus. Unter dem Titel „An die Substanz. Bauhaus Dessau 100“ wird die Geschichte und Bedeutung der Institution mit aktuellen Fragen zu Ressourcen, Wiederverwertung und ökologischem Wandel verknüpft

Perspektiven für ostmoderne Kulturorte

Wie entwickeln und verändern sich Häuser, die als Kulturorte geplant wurden oder durch Umnutzung zu Kulturorten werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Ausstellung im Zentrum für Baukultur Sachsen (im Kulturpalast Dresden) vom 6. November bis zum 3. Dezember 2026. Die Schau fokussiert dabei auf Bauten der Ostmoderne in Dresden, Chemnitz und Leipzig

Ein lebendiges Kunstwerk

400.000 Holzwürfel lassen sich in der großen Halle des Hamburger Bahnhofs in Berlin von den Besucher:innen neu kombinieren, stapeln, bewegen. Die Installation „We Make Years Out of Hours“ der litauischen Künstlerin Lina Lapelyte lädt ein, spielend den Raum stetig und gemeinsam zu verwandeln


Beruf und Bildung

Fachkonferenz: Netzwerktechnik und Shownet

Am 5. und 6. November 2026 lädt die DTHG im Central des Düsseldorfer Schauspielhauses zur ersten Fachkonferenz rund um Netzwerktechnik und Shownet im Theater ein. Zwei Tage lang geht es um Aufbau, Betrieb und Zukunft der Netzwerkinfrastruktur in den Häusern

Nachgefragt: Lea-Rahel Janßen

Lea-Rahel Janßen ist 24 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Ostfriesland, und arbeitet am Schiller-Theater in Rudolstadt als Fachkraft für Veranstaltungstechnik in der Beleuchtung


Impressum

Vorschau und Impressum BTR 5/26
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