Kultur braucht Orte

In Solingen wird derzeit diskutiert, das bestehende Theater und Konzerthaus abzureißen, um an diesem Ort eine zentrale Feuerwache zu errichten. Geplant ist, das Theater an anderer Stelle kleiner neu zu bauen. Unser Autor plädiert für den Erhalt des Gebäudes und erläutert, warum Solingen seinen kulturellen Mittelpunkt nicht aufgeben darf

Bühnentechnische Rundschau - Logo

In Deutschland schließen Theater- und Konzerthäuser, weil ihre Sanierung zu teuer erscheint oder andere Nutzungen als dringlicher gelten. Auch Solingen befindet sich vor einer solchen Entscheidung. Zur Diskussion steht, das Theater und Konzerthaus abzureißen, um am selben Standort eine zentrale Feuerwache zu errichten. Das Theater soll an anderer Stelle kleiner neu gebaut werden. Diese Entscheidung ist falsch. Nicht, weil die Erneuerung der Solinger Feuerwachen unwichtig wäre.

Im Gegenteil: Die beiden bestehenden Standorte sind sanierungsbedürftig und müssen zukunftsfähig entwickelt werden. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass ein gewachsener Kulturstandort aufgegeben und durch einen Neubau ersetzt werden muss. Das Solinger Theater und Konzerthaus ist mehr als ein Gebäude. Seit über hundert Jahren befindet sich an diesem Ort eine Veranstaltungshalle, später entstand dort das heutige Theater und Konzerthaus. Es ist Heimat der Bergischen Symphoniker, verfügt über zwei große Säle mit hervorragender Akustik und ist ein identitätsstiftender Bestandteil der Stadt. Aber es gibt einen Sanierungsstau. Ein solcher Ort lässt sich nicht ohne Weiteres ersetzen. Insbesondere die akustische ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Ausgabe 5 2026
Rubrik: Sanierung, Bau, Betrieb, Seite 50
von Jan Höttges

Weitere Beiträge
Fokus 5/26

Krefeld
Die Sanierung des Krefelder Stadttheaters am Theaterplatz beginnt im Sommer 2027 und soll voraussichtlich bis Sommer 2030 dauern. Gesamtkosten werden mit etwa 154 Millionen Euro (inklusive der Interimsspielstätte) beziffert. Das denkmalgeschützte Gebäudes von 1963 wird kernsaniert, Bühnen- und Haustechnik (Oberund Unterbühne, Beleuchtung, Lüftung,...

Individuelle Beschallung

Das „Bistro11“ ist mehr als nur eine Kantine: Es ist ein Ort, an dem Mitarbeitende zusammenkommen, Meetings und Präsentationen gehalten werden sowie Feiern stattfinden. Um eine optimale Beschallung für die vielseitigen Events bieten zu können, wurde das auf Medientechnik spezialisierte Unternehmen AbisZ Medien hinzugezogen. Das vom Architektur- und Planungsbüro...

Ein lebendiges Kunstwerk

Es klackert leise, und es riecht nach Holz. Wenn man derzeit die große Halle des Hamburger Bahnhofs in Berlin betritt, stellt sich direkt ein beruhigender Gemütszustand ein. 400.000 Holzwürfel sind hier aufgeschüttet und laden die Ausstellungsbesucher:innen dazu ein, mit ihnen zu spielen. Kinder und Erwachsene sitzen und stehen in Lina Lapelytes Installation, bauen...