Konstruktion mit Potenzial

Mit Stoff bespannte Holzrahmen sind eine bewährte Bauform auf vielen Bühnen, und das seit Langem. Doch diese konventionelle Bauweise hat auch materialtechnische Grenzen. Unser Autor entwickelte in seiner Forschungsarbeit an der Technischen Universität Dresden, Studienrichtung Leichtbau eine punktuelle Hybridbauweise und untersucht diese auf ihre Stabilität. Sein Fazit: die übliche Bauweise von Theaterwänden besitzt noch erhebliches Entwicklungspotenzial

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Seit dem Barock bilden mit Stoff bespannte Holzrahmen einen unverzichtbaren Bestandteil des (analogen) Bühnenbilds. Erstaunlicherweise hat sich diese klassische Bauweise über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert – sie ist leicht, flexibel und in den Theaterwerkstätten fest etabliert. In heutigen Zeiten, mit dem Wissen der modernen Ingenieurwissenschaft, stellt sich die Frage, ob man an diesem historisch bewährten Konstrukt mit heutigen Methoden noch etwas grundlegend verbessern kann. In der Theaterpraxis hängt die Wahl der Aussteifung primär von der Sichtbarkeit der Kulisse ab.

Ist die Theaterwand nur von einer Seite für den Zuschauer einsehbar, erfolgt die Stabilisierung traditionell über rückseitig angebrachte Aussteiflatten oder Streben. Über die Tiefe der Streben lässt sich die Steifigkeit der Wände gut regulieren. Die Nachteile dieser Methode liegen jedoch im logistischen Bereich: Rückseitige Aufbauten erhöhen die Gesamttiefe der Elemente. Dies kann zu einem Mehrbedarf an Platz bei der Lagerung im Magazin sowie beim Transport im Lkw führen. Besonders spannend wird es, wenn die Wand als freistehendes, verfahrbares oder fliegendes Element von der Vorder- und Rückseite sichtbar ...

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BTR Ausgabe 5 2026
Rubrik: Sanierung, Bau, Betrieb, Seite 48
von Jakob Lessing

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