Stimmungsbilder aus dem Trockendock

Wie sieht es aus hinter den kulturpolitischen Kulissen und in den Leitungsbüros bayerischer Bühnen, wenn die Theater geschlossen sind und die Einnahmen wegbrechen?

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Mitte März 2020 der gesamte Spielbetrieb über Nacht auf null gebracht wurde – Maschinen stopp! aus voller Fahrt –, ein bis dato einmaliger Vorgang, anfangs noch deklariert als kurzer kollektiven Kraftakt, um bald wieder zum glücklichen Normalzustand zurückzukehren. Doch der ist nach vorsichtigen Lockerungsversuchen im letzten Sommer noch immer nicht in Sicht.

Vielmehr fragt man sich inzwischen fast schon, was das eigentlich war, Normalität? Wird es so etwas je wieder geben? 

Trotz erfreulich sinkender Inzidenzwerte ist von einem Wiederöffnungsszenario für die Theater nach wie vor viel zu wenig die Rede. Umso mehr dafür von Einnahmeausfällen in schwindelnder Höhe. Eine soeben von der Wirtschaftsprüfgesellschaft Ernst & Young veröffentlichte (und von der europäischen Autoren- und Komponistinnen-Vereinigung GESAC in Auftrag gegebene) Studie «Rebuilding Europe. Die Kultur- und Kreativwirtschaft vor und nach COVID-19» hat für 2020 europaweit im Bereich der darstellenden Künste einen Umsatzrückgang von 90 Prozent (entsprechend einem Wert von 37 Milliarden Euro) festgestellt. Im laufenden Jahr dürfte es kaum wesentlich besser werden, sodass man ...

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Theater heute März 2021
Rubrik: Szene Corona, Seite 17
von Silvia Stammen

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