Deutschlands größte Schauspielschule
Wenn selbst Barack Obama Schluss macht mit Hip-Hop, ist es ernst. Zwei Wochen nach der Wahl im November dachte er in einem Gespräch mit dem altehrwürdigen Magazin «The Atlantic» über den Grund nach, warum Donald Trump mehr Unterstützung von schwarzen Männern erhielt als vier Jahre zuvor. «Rap music» handle primär von «bling, the women, the money», und Protz, Frauen und Kohle seien nun halt mal die Werte, für die Trump stehe, das gehe nicht spurlos an der Kultur vorbei. Twitter hat gekocht.
Von queerem oder sozialkritischem Rap hat Barack vielleicht noch nichts mitbekommen, hieß es. Nun, wer hat das schon außerhalb der Popblase?
Vielleicht die Gattin, auch wenn sie Hip-Hop überschreitet: Michelle Obama hat im letzten Sommer einen Song von Arlo Parks in eine Playlist zu ihrem Podcast geladen. Parks ist eine junge, queere, afrobritische Soulsängerin, die über ihre «Super Sad Generation» singt. Auch wenn die Feuilletons im Kopfstand jubeln und Twitter seine zarte Seite zeigt, ist Parks noch Welten entfernt von der Kulturmacht eines schwarzen Rappers wie Lil Wayne, den Trump am letzten Tag noch begnadigt hat.
Das Vermittlungspotential von Hip-Hop in den liberalen Teil der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute März 2021
Rubrik: Rap und Theater, Seite 4
von Tobi Müller
Um autoritären Bedrohungen in liberalen Demokratien nachzugehen, muss man sich vor allem um Entwicklungslinien kümmern und nicht nur Einzelereignisse herausgreifen. Da gibt es auf der einen Seite eine eher langfristige Entwicklung ab dem Jahre 2000, aber auch eine kurzfristige Entwicklung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, deren politische und...
Das schöne englische Wort «to speak up» ist gar nicht so leicht ins Deutsche zu übersetzen. «Laut und deutlich reden» klingt nach Sprecherziehung, «aufmerken» altertümlich. «Den Mund aufmachen» wäre eine Möglichkeit, weil es den erforderlichen Mut unterstreicht, allerdings scheint es eine pädagogische Verhörsituation zu implizieren. Dass man sich für eine wichtige...
Im Foyer steht ein schmaler, blasser Vampir. Es ist Harald Wolff. Genauer, ein Avatar des Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft (dg). Er selbst verbringt die Jahrestagung der dg vor dem Laptop, wie wir alle. Aber statt das alljährliche Treffen als die gefühlt 1642. Videokonferenz seit Corona zu veranstalten, hat die dg 2021 den Sprung ins noch Virtuellere...
