Spur der Steine
Schon schön, wenn einem Performancekunst erstmal lauter Fragezeichen aufs Gesicht malt. Im dunklen hohen Saal des Heizhauses auf dem Gelände der Berliner Uferstudios blickt man auf quer durch den Raum gebaute Mauern. Ziegel aus Steinwolle, meterhoch gestapelt und anscheinend wenig stabil – «Nicht anlehnen!», warnt eine Hilfskraft. Es gibt zwei dieser Mauern, parallel bilden sie eine Gasse. Darin klingt alles, was um sie herum performt wird, dumpf und schallgedämmt.
Die Musikerinnen des Duos Tocar an Geige und Flügel etwa, die sich beim improvisierten Spiel an Landkarten auf ihren Tablets orientieren. Oder die Stimmen von Claudia Splitt und Florian Feigl, die in Overalls vors Mikrofon treten und, von Pausen unterbrochen, abwechselnd einen Text vortragen, der vor dem Publikum eine etymologische Karte der Insel Zypern ausbreitet.
Tatsächlich erschließt sich die Performance-Installation «Green Line» von Jörg Laues Lose Combo am ehesten im Modus des Wanderns. Wobei weniger das sportliche als das umherschweifende Wandern gemeint ist, nicht nur der Füße, sondern auch der Augen, Ohren und Gedanken. Wahrnehmungswandern sozusagen. Eine Praxis, die Laue schon seit Gründung der Lose Combo ...
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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Eva Behrendt
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Wen oder was die Musiker:innen darstellen, ist nicht gleich klar. Meist sind sie ein emsiges kleines, akustisches Quintett, mit Bläsern, Streichern und einem formidablen Vibrafon. Später wird ein vorher aufgezeichnetes Kammerorchester virtuell zugeschaltet, welches nun karussellartig um unser kleines Ensemble herumspielt. Doch am Anfang stehen die Instrumentalisten...
Juhu! Zwei Jahre lang kann sie, Franziska, das Leben eines Mannes führen. Das war ihr größter Wunsch, denn als Frau würde sie vor Langeweile verrückt. Danach, das ist der Deal, wird sie zur Leibeigenen, zur Sklavin jenes Zauberers und «Sternenlenkers». Nicht Mephisto, sondern Veit Kunz heißt dieser bei Frank Wedekind. Auf der Bühne des Bremer Theaters verwandelt...
