Die Uneindeutigen

Graz, Zürich und jetzt Bern: Claudius Körbers Talent für transitorische und komische Figuren ist ein Glücksfall für Regisseur:innen

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«Er ist ein Spielkopf»: Das sagt Claudius Körber vom Regisseur Mathias Spaan, mit dem er gerade in Bern einen Tausend-Facetten-«Kaspar» von Peter Handke auf die Bühne gebracht hat. Ein Spielkopf: Nichts könnte ihn selbst besser beschreiben.

Wenn er mit mir am Tisch sitzt, wir wollten eigentlich nur mal einen Kaffee trinken, dann breitet sein Körper einen ganzen Katalog von Theatergestalten vor mir aus, in den Augen flackern die Figuren auf, um den Mund zucken sie, unterschiedlichste Charaktere, der ganze Oberkörper ist unablässig in Bewegung, vorwärts, rückwärts, auf und ab, der Kaffee ist längst kalt. 

Die Brust fällt ihm ein und zieht seine Schultern nach unten wie die Mundwinkel, ach was, den ganzen Kiefer, wenn er über seinen Peer Gynt spricht, Graz 2011, ein gieriger Vorstadtjunge. Regie Ingo Berk, die Nachwuchs-Nominierung für den Nestroy folgte. Dann reckt er sich und scheint beinahe über dem Tisch zu schweben, lotgerade wie ein Balletttänzer und durchlässig wie eine Sylphide, wenn wir über die Ophelia sprechen, die er in Barbara Freys Zürcher «Hamlet»-Inszenierung 2018 gendertransgredient verkörperte. Seinen Hamlet hatte er da auch schon im Gepäck, wiederum in Graz 2011 ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Akteure, Seite 28
von Andreas Klaeui

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