Schönes neues Syrien

Mohammad Al Attar «Damaskus 2045» am Theater Freiburg

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Endlich alles gut in Damaskus. Der Bürgerkrieg überwunden, Schuldfragen und Rachepläne vergessen. Die Trümmerfrauen, oder wer immer hundert Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Syrien dafür zuständig ist, haben die Bühne des Alltags klinisch gesäubert. Kaum ein Staubkorn zu sehen beim Ortstermin «Damaskus 2045» im Freiburger Kleinen Haus.

Es sind sogar wieder Museen denkbar.

Im konkreten Fall steht die Einweihung einer historischen Gedenkstätte bevor, die für Assads Schutzbefohlene – denn kein anderer als er oder dessen Erben geben im Jahr 2045 in Damaskus die großen Volksversöhner – zukunftsweisend die Vergangenheit erklären soll. Mittel zum Erziehungszweck bilden schicke Videoclips (Szymon Roginski, Viktor Sabelfeld). Sie sollen einen Multimedia-Eindruck von der Kriegswahrheit vermitteln, der dem Staat genehm ist. 

Also endlich alles gut in Damaskus? Natürlich nicht. Die in Paris lebende syrische Szenografin Bissane Al Charif taucht das Museum in grellfinsteres Schwarz-Weiß – nur falls jemand im Publikum Zweifel hegte, welche Farben den frischen Frieden grundieren. Eine mobile Projektionswand, auf der der Staat seine museale Deutungshoheit ausübt, besteht aus vielen Zetteln, was ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Stephan Reuter

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