Manifest aus Belarus

Die unabhängige «Vereinigung belarussischer Theater» wehrt sich gegen staatliche Unterdrückung und bittet um Unterstützung

Theater heute - Logo

Wir, die Vereinigung belarussischer Theater (Belarus Theatre Community), sind ein unabhängiger Zusammenschluss der Theaterschaffenden in Belarus, der sich gegen die Rechtsverstöße und die Gewalt der Regierung nach den Präsidentschaftswahlen im August 2020 ausgesprochen hat. Wir bitten unsere Kollegen und die Theaterinstitutionen weltweit um Solidarität und Unterstützung.

Die Ziele unserer Vereinigung sind: 
– die Schaffung einer belarussischen Theatergemeinschaft zum Erhalt und zur Vertiefung des kulturellen Erbes unseres Landes; 
– die Unterstützung unterdrückter Theaterschaffender.

Im Verlauf der seit Jahresfrist andauernden politischen Krise in Belarus wurden die Repressionen des Staates gegen Künstler, die öffentlich Unterstützung für demokratische Reformen bekundeten, systematisch. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2021 wurden 621 Fälle der Verletzung von kulturellen Rechten und Menschenrechten von Kulturschaffenden registriert. Bis zum 30. Juni 2021 wurden 526 Menschen in Belarus aus politischen Gründen inhaftiert, 39 davon waren Kulturschaffende. 13 Menschen wurden bereits von Gerichten zu Gefängnisstrafen zwischen zweieinhalb und acht Jahren verurteilt, neun Personen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Belarus Theatre Company

Weitere Beiträge
Editorial 10/21

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

«Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist», wusste schon Giuseppe Lampedusa in seinem Roman «Der Leopard». Der Theaterverlag – Friedrich Berlin hat seit vier Wochen einen neuen Eigentümer, den Deutschen Fachverlag in Frankfurt und mich, Torsten Kutschke, als geschäftsführenden Gesellschafter. Die ersten Begegnungen waren...

Am Tag, als der Regen kam

Dass die antike Hochkultur der Griechen als Wiege Europas gilt und in Athen mit der Einführung eines auf Volkssouveränität basierten Geschworenengerichts ein erster Schritt hin zu einem demokratischen Gemeinwesen gewagt wurde, ist noch heute die Voraussetzung für die Erzählung von den «universellen Werten», denen die Europäer sich eigentlich verpflichtet fühlen...

Sie ist dann mal weg

Ein letztes Mal tritt Farida Mtamakosi ans Mikrofon. Die Politikwissenschaftlerin hatte sich selbst blendend gelaunt als «political clown» vorgestellt und als ein zeitgenössischer Sisyphos mit Verve in den Kampf mit dem Bürokratie-Monster Ausländerbehörde gestürzt. Eine Schwarze Frau, die wusste, wer sie war, bis sie nach Deutschland kam und hier zur «Anderen»...