Am Tag, als der Regen kam
Dass die antike Hochkultur der Griechen als Wiege Europas gilt und in Athen mit der Einführung eines auf Volkssouveränität basierten Geschworenengerichts ein erster Schritt hin zu einem demokratischen Gemeinwesen gewagt wurde, ist noch heute die Voraussetzung für die Erzählung von den «universellen Werten», denen die Europäer sich eigentlich verpflichtet fühlen sollten.
Hätte Griechenlands Schuldenkrise vor sieben Jahren tatsächlich dazu geführt, dass die Griechen die Europäische Union verlassen müssen, wäre den Europäern wohl weitaus mehr abhanden gekommen als die Möglichkeit, Mittelmeerstrände ohne Währungsumtausch zu bevölkern. Und auch für Katerina Evangelatos wäre alles noch komplizierter geworden. Die neue künstlerische Leiterin des Athen Epidaurus Festivals ist eine der bekanntesten griechischen Regisseurinnen und hatte gerade ihr neues Amt angetreten, da kam Covid-19 um die Ecke. Letztes Jahr konnten sie und ihr Team nur Fragmente des Eröffnungsprogramms zeigen und lebten mit der Ungewissheit, was 2021 möglich sein würde. Nicht zuletzt wegen all der pandemischen Unwägbarkeiten planten sie für dieses Jahr ein Festival, das sich von Anfang Juni bis Mitte Oktober streckt und ...
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Theater heute Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Jürgen Berger
Fortschritte in der Auffassung der «Dreigroschenoper» kann man wohl nur noch im Detail beobachten. Da wäre die Geschichte des «Hoppla!» («Und wenn dann der Kopf rollt» oder «fällt», je nach Fassung, «dann sag ich: Hoppla!» aus dem Lied der «Seeräuber-Jenny»): Das ganze «Und wenn dann …» im Rezitativ lassen und erst für «Hoppla!» von Singstimme auf Sprechstimme...
Die Raschplatzhochstraße in Hannover liegt auf der B-Seite der Stadt und ist doch ein prominenter Ort. 1969 fertiggestellt, war sie Teil des Wiederaufbaukonzepts einer autogerechten Stadt. Seitdem gehört die mehrspurige Betonkonstruktion hinter dem Hauptbahnhof zum hochbelasteten Cityring. Als Fußgänger auf die Hochbrücke zu gelangen, ist nicht einfach. Es gibt...
Da ist er also, der Theatermann, von dem wir in den letzten Monaten so viel gelesen haben. Ein Machthaber vor dem Herrn, der sich allerdings weder Mantel noch Schuhe selber ausziehen kann, der Frittatensuppe und Mineralwasser, aber auch einen ganzen Stab Gehorchender und Dienender braucht, um überhaupt zurechtzukommen in der Welt.
Ein Subjekt, das sich selbst...
