Kassel: Wer weiß?
Von dieser Welt sind sie wohl nicht: Die vier Personen, die die Bühne bevölkern – sie sind derart grün im Gesicht und an den sichtbaren Extremitäten, als wären sie schon ein paar Mal gestorben. Zwei Männer in Weiß, Mediziner womöglich oder forschende Wissenschaftler, kommen Familie Grün besuchen – und gehen schließlich verschütt in den Labyrinthen und dunklen Ecken dieses rätselhaften Raumes. Die Fabel ist schmal, der Text überschaubar – Wilke Weermann ist vor allem an atmosphärischer Beschwörung interessiert.
Der Titel «I am Providence» ist die Grab-Inschrift des amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft – sie markiert als Echoraum der Aufführung dessen abgründig finstre Grusel-Fantasien. Wer sich auf die Suche macht nach unausweichlichem Schrecken, wer dystopische Alpträume erkunden will in der Literatur, der kommt an dem grenzgängerischen Denker aus Providence im US-Bundesstaat New Jersey nicht vorbei; stilbildend wurde der schon 1937 verstorbene Autor für Generationen von Adepten, die ganz grundsätzlich die dunklen Seiten menschlich-unmenschlicher Fantasien erkundeten. Lovecrafts Leben und Werk lagen in immerwährendem Widerspruch, Wahn und Vision sind weithin ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Michael Laages
In der Elternschaft trifft das Erhabenste auf das Profanste, der Zauber eines neuen Lebens auf die Fragen, wer den Windelmüll runterbringt und ob man jemals wieder wird schlafen können. In Nina Segals neuem Stück «Nachts (Bevor die Sonne aufgeht)» versucht ein Elternpaar, sein Schreikind zu beruhigen. Sein wunderbares, frischgeschlüpftes Schreikind. Währenddessen...
Anfang Januar 2014 platzte am Wiener Burgtheater eine Bombe: Es wurde bekannt, dass die frühere kaufmännische Direktorin Silvia Stantejsky bereits im November 2013 fristlos entlassen worden war. Begründet wurde das mit bei einer Betriebsprüfung aufgetretenen «Ungereimtheiten», in der Bilanz des Burgtheaters klaffe ein mehrere Millionen tiefes Loch (der...
Aufführungen
Der Schweizer Schriftsteller, Grafiker und Aktionskünstler Dieter Roth hat schon Herbert Fritsch zu «Murmel, Murmel» inspiriert, jetzt setzt Christoph Marthaler in Zürich nach mit «Das Weinen (Das Wähnen)». Herbert Fritsch seinerseits tut sich in Bochum mit einem anderen Herbert zusammen, dem Bochumer Ex-Schauspieler und Musiker H. Grönemeyer:...
